Al Andalus – Land des Lichts – die Mauren haben den Namen geprägt. In Málaga, der zweitgrössten Stadt Andalusiens, gibt es viel zu entdecken, es ist eine der ältesten Städte der Welt. In Málaga geboren sind Pablo Picasso und Antonio Banderas. Ende November im T-Shirt an der Sonne sitzen und abends auf der Terrasse Tapas essen? Oh ja, auf nach Spanien!

Geburtstagsüberraschung im Flugzeug

Anlass für die Reise nach Spanien ist mein Geburtstag. Ich mag den November in der Schweiz nicht besonders, darum versuche ich, wenn immer möglich, irgendwo zu feiern wo es wärmer ist – am allerliebsten am Meer.  Dieses Jahr fällt die Wahl auf Málaga, eine Stadt die definitiv oft unterschätzt wird und von der viele Leute nur den Flughafen kennen.

Hier meine zwölf ganz persönlichen Tipps aus fünf Tagen in Málaga

Das Hafenviertel sehen

Wie könnte es anders sein, der erste Spaziergang führt direkt ans Meer. Die Hafenpromenade Muelle Uno hat sich zu einem der beliebtesten Areale der Stadt Málaga entwickelt. Restaurants, Shops, Yachten, Strassenkünstler, ein Leuchtturm und das Centre Pompidou (ein Ableger des Originals in Paris) – hier kann man sich locker ein paar Stunden die Zeit vertreiben. Empfehlen kann ich eine Rundfahrt mit einem der zahlreichen Boote. Eine Stunde lang die Haare im Wind wehen lassen und dazu einen Mojito trinken, wunderbar.

Hafenpromenade in Malaga
Eine moderne Hafenpromenade
Centre Pompidou Malaga
Das Centre Pompidou

Am Strand flanieren

Anschliessend an das Hafenviertel folgt der Stadtstrand, Malagueta. Im Sommer reiht sich hier bestimmt Liegestuhl an Liegestuhl und Chiringuito an Chiringuito (Strandbar). Jetzt, Ende November, verirren sich noch vereinzelt Sonnenhungrige und Hundebesitzer zum Spaziergang an die playa.

Malagueta
Vamos a la playa
Malgueta
Strandspaziergang

Auf Málagas Burgen klettern

Die Burg Alcazaba war einst eine Festungsanlage der muslimischen Herrscher. Sie zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Málaga, so dass man den den Besuch mit Vorteil auf eine Randzeit legt.

Alcabaza
Die Alcazaba
Alcabaza Malaga
wunderschöner Innenhof in der Alcazaba

Die Burg Gibralfaro ist noch etwas höher gelegen, wurde im 14. Jahrhundert erbaut und diente als Unterkunft für die Truppen sowie dem Schutz der Alcazaba. 

Blick von Gibralfaro
Blick von Gibralfaro

Beide Burgen können besichtigt werden und das lohnt sich, schon nur wegen der fantastischen Ausblicke auf die Stadt. Es gibt ein Kombiticket (Euro 5.50), die beiden Anlagen sind jedoch heute nicht mehr miteinander verbunden. In beiden Burgen findet man ein Café mit Terrasse.

Blick auf die Stierkampfarena
was für ein wundervoller Ausblick

Durch die Altstadt bummeln

Die Gassen der Altstadt sind ein kleines Labyrinth, man verläuft sich, doch das ist gut so. Denn es gibt überall etwas zu entdecken, der Abstecher in die kleinen Seitengassen führt zu kleinen Bars und Boutiquen. Es macht Spass, sich planlos treiben zu lassen. Und plötzlich findet man sich dann wieder zurecht, man steht auf einem der markanten Plätze, in der Calle Larios (Einkaufstrasse) oder vor einer der vielen Kirchen.

Altstadt Malaga
überall Palmen in der Innenstadt
Malaga Altstadt
Prächtige Plätze

Die Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación, oder einfach la catedral ist eine Berühmtheit. Obwohl in den ursprünglichen Plänen zwei Türme geplant waren, wurde aus Geldmangel bis heute nur einer vervollständigt, was der Kathedrale ihren Spitznamen la Manquita (kleine einarmige Dame) einbrachte.

Kathedrale
Die Kathedrale mit dem unvollständigen Turm

Streetart bestaunen

Bekannt für Streetart ist in Málaga vor allem das Viertel Soho mit den Tierbildern von ROA, einem belgischen Streetartkünstler.

Streetart von ROA
Streetart von ROA
Streetart in Soho
Streetart in Soho

Aber noch viel besser gefällt mir das barrio (Quartier) Lagunillas, was man da alles an den Wänden findet ist schier unglaublich.

Streetart in Lagunillas
kunstvolle Graffitis in Lagunillas
Streetart in Lagunillas
Steetart überall in Lagunillas
Gasse in Lagunilla
Ein Gasse in Lagunillas

Viele der Graffitis haben eine Botschaft. Wie überall geht es um den Verlust von bezahlbarem Wohnraum, das „Lädelisterben“, Umweltthemen und ähnliches. Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass genau in diesem Quartier überall Abrissbirnen stehen und gefühlt in jeder Ecke eine Lücke in den Häuserreihen klafft.

Graffitis mit Botschaften in Lagunillas
Graffitis mit einer Botschaft

Süssen Wein trinken

Der vielleicht coolste Ort um ein Glas Wein zu trinken ist das Antigua Casa de Guardia. Die älteste Weinbar Málagas ist ein absolutes Muss! Die Einrichtung wie zu Omas Zeiten und der Preis wird per Kreide auf den Tresen geschrieben. Super Atmosphäre, da muss man sich mindestens einmal durch das Sortiment probieren. Die Männer hinter der Bar geben gerne Tipps – mir hat der süsse Pajarete am besten geschmeckt.

Antigua Casa de Guardia
Antigua Casa de Guardia

Churros in Schokolade tunken

Eine andere Institution ist das casa Aranda, hier bestellt man Churros und tunkt diese in einer Tasse mit heisser Schokolade. Was für eine geniale Kalorienbombe!

Churros im Casa Aranda
Churros im Casa Aranda

Den Blick vom Dach geniessen

Nicht erwartet habe ich in Málaga die vielen tollen Dachterrassen mit Rooftop-Bars. Am bekanntesten sicher das AC Hotel Malaga Palacio, der Blick vom 15. Stock auf den Hafen ist einmalig. Am Wochenende bezahlen wir allerdings Eintritt. Im Preis von 8 Euro ist immerhin das erste Getränk inbegriffen. Bei unserem zweiten Besuch dann unter der Woche geht es ohne Ticket hoch und das Glas Wein gibt es für 3 Euro.

Rooftop im AC Hotel Málaga Palacio
Rooftop im AC Hotel Málaga Palacio

Weniger spektakulär aber auch schön sitzt man im Batik, hier geniesst man den Blick auf die Alcazaba und über die Dächer der Stadt, zum Beispiel mit einem tinto de verano.

Rooftop im BATIK
Rooftop im Batik

Nochmals eine andere Aussicht gibt es in der chilligen Bar im Oasis-Hostel, die um die Ecke bei der roten MärtyrerKirche zu finden ist.

Oasis Lounge
Oasis Lounge
Blick von der Oasis Lounge
Blick von der Oasis Lounge

Tapas essen bis zum abwinken

Was isst man in Málaga? Natürlich Tapas. Die Altstadt ist voll von entsprechenden Restaurants. Die Spanier essen spät, selbst abends um acht Uhr steht man oft noch vor geschlossenen Türen oder trifft nur eine Putzfrau an. Die besten (wenn auch nicht günstigsten) Tapas essen wir im El Tapeo de Cervantes. Das Lokal hat nur Platz für 28 Personen und der Kellner, der mich platzbedingt ständig anrempelt, versteht es auf sehr charmante Art uns zu Allerlei zu überreden. Wobei seine Empfehlungen durchwegs sensationell sind. Die gleiche Speisekarte hat das etwas grössere Lokal Méson de Cervantes.

El Tapeo de Cervantes
Tapas – nicht günstig aber lecker
Tapas
Boquerones (Sardellen)

Ruhig schlafen mitten in der Stadt

Das Madeinterranea Suites ist ein Glücksgriff. Ein Boutique-Hotel mit nur zwölf Zimmern und dementsprechend einem persönlichen Touch. Obwohl mitten in der Stadt ist unser kleines Zimmer (Fenster gegen den Innenhof) ausgesprochen ruhig. Auch das Frühstück lässt keine Wünsche offen. Sympathisch zudem, dass Orangensaft, Wasser, Yoghurt, Konfitüre etc in wiederverwendbaren Glasflaschen aufgetischt werden.

Madeinterranea Suites Hotel
Madeinterranea Suites Hotel
Madeinterranea Suites Hotel
Frühstücksraum im Madeinterranea Suites

Mit der C1 nach Benalmádena fahren

Die Linie C1 der Vorortbahn fährt entlang der Costa del Sol von Málaga über Torremolinos bis Fuengirola. Ideal somit für einen kleinen Abstecher an die Küste. Wir entscheiden uns für Benalmádena, bedenken allerdings nicht, dass der Bahnhof (Arroyo de la miel) etwa eine halbe Stunde Fussmarsch vom Meer entfernt ist. Aber egal, wir laufen bekanntlich gerne und zurück nehmen wir dann den Bus, weil in diese Richtung geht es bergauf. Der Touristenort verfügt über eine lange Strand-Promenade mit dem hübschen Castillo de Bil-Bil und einem Hafen, der 1995 von einem britischen Immobilienmagazin als „Beste Marina der Welt“ ausgezeichnet wurde.

Castillo Bil-Bil
Das hübsche Castillo Bil-Bil
Strand Benalmadena
Benalmádena
Fisch Benalmadena
PET-Sammlung in Benalmadena

Den Caminito del Rey erwandern

Wer Lust hat auf Natur und Abenteuer sollte sich den Caminito del Rey genauer anschauen. Den Tagesausflug kann man entweder als Tour buchen oder auf eigene Faust machen. Mehr dazu gibt es später in einem separaten Blog.

El Caminito del Rey
Unterwegs auf dem Caminito del Rey
El Caminito del Rey Schlucht
Die Schlucht beim Caminito del Rey

Málaga hat noch so viel mehr zu bieten. Unzählige interessante Museen, Ausflüge nach Ronda, Sevilla, Cordoba oder die weissen Dörfer sind nur einige Ideen. Man könnte auch noch viel mehr Tapas und Wein probieren oder stundenlang durch hübsche Gassen bummeln und in den kleinen Boutiquen stöbern.


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