Chur, die Alpenstadt. Obwohl ich Graubünden sehr mag, den Kantonshauptort kenne ich bisher nur von der Durchfahrt. Die Bischofsstadt gilt zugleich als älteste Stadt der Eidgenossenschaft. Doch eigentlich bin ich viel lieber in der Natur als in der Stadt, darum entschliesse ich mich zu einem Winterausflug auf den Hausberg von Chur.

Lust auf Bergzauber oder pulsierendes Stadtleben? Die Alpenstadt Chur bietet beides. Malerische Gassen und schneebedeckte Berge, moderne Einkaufszentren und unverfälschte Natur. Chur ist eben einfach: Die Alpenstadt. Voller urbaner Lebenslust, inmitten einer alpinen Zauberwelt. Umrahmt von fruchtbarem Land, dem Churer Rheintal, locken sanfte Hügel und süsse Trauben.
(Chur Tourismus)

Gian und Giachen, die heimlichen Stars in Graubünden

Brambrüesch – der Hausberg von Chur

Mitten in der Stadt Chur beginnt das Abenteuer „Schneeschuhtour“. Eine moderne Pendelbahn sowie eine uralte 4er Gondelbahn bringen uns auf 1595 Meter über Meer und damit direkt in die Schneeschuh Arena Dreibündenstein.

Blick auf Chur
Aussicht von der Brambrüesch Gondel

Signalisierte Touren verbinden die drei Gebiete Brambrüesch, Feldis und Pradaschier. Mich spricht die Rundtour „GR2“ an, das Kombiticket bekommt man am Schalter an der Talstation.

Nach einem Kaffee auf dem Berg heisst es Schneeschuhe an, Abmarsch! Gut markiert führt der Weg hoch Richtung Dreibündenstein. Die Schneeverhältnisse sind an exponierten Lagen nicht so toll, deswegen gönnen wir uns eine Abkürzung und benutzen für das letzte Stück vom Aufstieg die Sesselbahn „Hühnerköpfe – Furggabüel“.

Aufstieg
Steiler Aufstieg

Ein „Wow-Moment“ erwartet uns daraufhin auf der Hochebene beim Dreibündenstein, ein Traum in Weiss. Natur pur, genau so mag ich den Winter. Ein paar Snowkiter cruisen über die weite flache Ebene und zaubern mit ihren Schirmen etwas Farbe ins Geschehen.

Dreibündenstein
So schön kann Winter sein

Läuft man hoch, muss man meist auch wieder runter. Der Abstieg nach Pradaschier fordert uns ganz schön. Die Route führt steil hinunter, oft schräg am Hang entlang und mit wenig Schnee macht das nicht so richtig Spass. Ich beneide die Skifahrer, die an uns vorbei flitzen. Doch zur Belohnung gibt es hinterher eine Bündner Gerstensuppe, die ist wahrhaftig hart verdient.

Beschriftung
Alles gut beschriftet

Beim Mittagessen plaudern wir mit unseren Tischnachbarn und bekommen einen heissen Tipp: die Rodelbahn ist auch im Winter in Betrieb. Wie cool ist das denn? Natürlich lassen wir und das Vergnügen nicht entgehen und sausen auf Schienen hinunter nach Churwalden. Mit 3,1 km ist dies anscheinend die längste Rodelbahn der Schweiz  und mit 31 Kurven und einer Höhendifferenz von 480 Meter ein Heidenspass. Zurück nach Chur bringt uns schlussendlich das Postauto.

Seilbahn für Kuscheltiere
Seilbahn für Kuscheltiere

Restaurant Calanda

Nach einem Tag im Schnee und an der frischen Luft knurrt am Abend wenig überraschend wieder der Magen. Ursprünglich wollen wir im Restaurant Calanda nur auf einen Aperitif einkehren, bleiben im Endeffekt den ganzen Abend da sitzen. Uns gefällt das gemütliche Ambiente, die Bedienung ist super nett und das Essen schmeckt hervorragend. Was will man mehr!

Maitla und Buaba
Einfach herrlich dieser Dialekt

Dann heisst es „buna notg“, mit vollen Bäuchen fallen wir müde und zufrieden in unsere Betten im Hotel Ibis und träumen von der tollen Bündner Landschaft.

HR Giger

In unmittelbarer Nähe zum Hotel befindet sich die Giger Bar, der berühmte „Alien-Künstler“ und Oscar-Preisträger ist in Chur geboren. Umgeben von Fantasiegeschöpfen und Skeletten nippt man hier an seinem irdischen Drink derweil man sich wie in einer anderen Welt fühlt – habe ich wenigstens gelesen. Leider passen die Öffnungszeiten nicht zu unseren Plänen, so dass wir vor geschlossenen Türen stehen.

Giger Bar
Giger Bar

Gemäss Chur Tourismus war die Bar ursprünglich für New York geplant. Woraufhin Planungsschwierigkeiten dieses Projekt verhinderten und so entstand die Bar im exklusiven Giger-Design im Kalchbühl-Center. Die gesamte Inneneinrichtung mit Bar und Mobiliar stammt von H.R. Giger.

Postplatz

Am Postplatz kreuzen sich zwei wichtige Verkehrsachsen, hier ist demnach ein zentraler Punkt der Stadt. Heute beherbergt das ehemalige Postgebäude die Stadtbibliothek. Es ist ein stattliches Haus mit einer reich geschmückten Fassade und bietet einen tollen Anblick.

Das ehemalige Postgebäude

Im gleichen Gebäude hat das KaffeeKlatsch eine Filiale eröffnet mit heimeliger Wohnzimmeratmosphäre. Das Angebot geht von Kaffee und Kuchen bis hin zu Bündner Pizokel, vieles ist hausgemacht und obendrein aus regionalen Produkten hergestellt. Fast schade haben wir schon im Hotel gefrühstückt, sieht doch der Sonntags-Brunch sehr gluschtig aus.

Chur ist ebenfalls Zentrum der der rätoromanischen Schweiz, was sich unter anderem am Postplatz bemerkbar macht.

Banca Grischuna

Bärenloch

Das Bärenloch soll laut Beschreibung auf dem Stadtplan der verwunschenste Ort innerhalb der Stadt Chur sein – und zugleich der am besten erhaltene Teil der Altstadt. In alten Urkunden wird das dunkle Bärenloch «curschellas» genannt. Dieser spätlateinische Ausdruck bedeutet schlicht und einfach «kleine Hofräume». Klein und eng wirkt es auch heute noch, ein Beispiel für die Wohnsituation im spätmittelalterlichen Chur.

Bärenloch
Bärenloch – ein verwunschener Ort

Eisfeld

Auf der Quaderwiese befindet sich im Winter ein Eisfeld mit grosszügiger Eisfläche und toller Aussicht. Am Sonntag Morgen wartet das blitzblank geputzte Eis auf die ersten sportlichen Besucher.

Eisfeld
Das Eisfeld am Sonntag Morgen

Arcas

Vielleicht ist das der schönste Platz in Chur? Im Sommer ganz bestimmt ein beliebter Treffpunkt, an einem Sonntag Morgen im Winter eher ein verlassener Ort und trotzdem eine Augenweide.

Arcas

Die Altstadt ist autofrei, hat zudem ein mediterranes Ambiente und die verwinkelten Gassen laden ein zum flanieren. Man findet unter anderem viele hübsche Ecken, kleine Läden, Zuckerbäckereien, Museen und eine staatliche Anzahl an Kirchen.

Arcas
überall in der Altstadt wunderschöne Häuser

Rathaus

Nicht zu übersehen ist in der Altstadt das Rathaus. Wegen dem speziellen Grundriss und dem schrägen Dachfirst scheint der Bau etwas schief.

Rathaus
Rathaus

weitere Impressionen

Chur ist definitiv eine Reise wert und hat sich an diesem Wochenende von seiner schönsten Seite gezeigt. Zum guten Schluss ein paar Schnappschüsse von meinem sonntäglichen Streifzug durch die Stadt.

Calanda Brauerei
Auf einen Schwatz
Kunst am Postplatz
irgendwo in der Altstadt
was macht ein Bär in Chur?


Uf widerluaga! …


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