Ob die Aargauer tatsächlich alle weisse Socken tragen, schlecht Auto fahren und Rüeblitorte essen habe ich nicht herausgefunden. Dafür weiss ich nun, dass sich unter dem Bahnhof ein Geheimnis verbirgt und Aarau 1798 immerhin ein halbes Jahr lang Hauptstadt der Schweiz war.


Reist man mit dem Zug nach Aarau wird man bei jedem Wetter von einer blauen Wolke empfangen, diese bildet das Dach des Bushofes. Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, den Wartenden regnet es zwar auf die Köpfe, aber wenigstens der Bus bleibt trocken.

Cloud Bahnhof Aarau
Die Cloud am Bahnhof

Doch Petrus meint es heute so gut, dass wir das schöne März Wetter für einen Spaziergang nutzen können. Für das Geheimnis müsst ihr euch folglich noch etwas gedulden.

Gönhardgüter

Etwas ausserhalb vom Zentrum findet sich ein verstecktes Juwel. Die verwunschene Parkanlage der Francke-Villa lädt zu einem Spaziergang ein. Sogar ein Fotomodell steht bereit, der rote Kater posiert freiwillig und wohl auch gerne.

Franckegut
Badepavillon im Franckegut

Autokennzeichen AG – Achtung Gefahr
Das Klischee hält sich hartnäckig, gemäss Statistik der Versicherung Axa zählen die Aargauer jedoch zu den sichersten Autofahrern.

Rathausgarten

Eine weitere grüne Oase findet man inmitten der Bürotürme. Mit vielen Sitzbänken zum Verweilen und einigen Skulpturen zum Betrachten.

Rathausgarten
Skulpturen im Rathausgarten

Aargauer Kunsthaus

Zweifellos einen Besuch wert ist das Aargauer Kunsthaus, eines der wichtigsten Kunstmuseen der Schweiz. Dafür reicht die Zeit heute nicht, ich spähe nur mal kurz von aussen rein.

Aargauer Kunsthaus
Aargauer Kunsthaus
Kunsthaus Fassade

Stadt der schönen Giebel

Eine Besonderheit bilden in Aarau die vielen schön bemalten Giebel der Altstadthäuser. Da lohnt sich der Blick nach oben.

Giebel
Die Stadt der schönen Giebel

Rüebliland
Der Aargau gilt schon seit Langem als Rüeblikanton. Der Ursprung liegt womöglich im Anbau der Rüben. Wie gross die Bedeutung des orangen Gemüses heute noch ist, zeigt sich jeweils am Rüeblimärt.

Die Altstadt – Bilder statt Worte

Altstadt
malerische Altstadtgasse
Buggeligaessli
eine schmale Gasse (Durchgang) mitten in der Stadt
Vogelkäfig
überall gibt es hübsche Dinge zu entdecken
Altstadthaus
auch hier lohnt sich der Blick nach oben
Adelbändli
Selbst die Strassenschilder sind hübsch
Markthalle
die Markthalle scheint nicht allen zu gefallen
Obertorturm

Die Sockenfrage
Der Aargauer trägt die Socken weiss, so lautet ein weitverbreitetes Klischee. Dieses geht auf die 80er-Jahre zurück, als weisse Socken in Mode waren. Irgendwann ging der Trend dann zu Ende und weisse Socken galten als bünzlig, die Socken mussten wieder schwarz sein. Den Wechsel haben nicht alle gleich schnell mitgemacht, im Aargau hat es dem Anschein nach besonders lange gedauert – sagt man.

Naherholungsgebiet Aare

Das Naherholungsgebiet liegt direkt vor der Haustüre. Die Wege der Aare entlang verführen zum Spazieren, Joggen oder Rad fahren. Im Sommer gibt es hier mit Sicherheit das eine oder andere gemütliche Beizli.

Aare
Aare
Flössi
etwas Streetart an der Aare

Stadtmuseum

Auf dem Weg zurück Richtung Bahnhof kommen wir am Stadtmuseum und somit am Schlössli vorbei. Was für ein toller Bau, die Fassade ist einfach der Hammer.

Stadtmuseum
Stadtmuseum
Stadtmuseum
Mühlerad beim Schlössli

Süsse Tradition – Café Brändli

Allmählich wird es Zeit für einen Kaffee. Seit über 90 Jahren wird die Brändlibombe handgefertigt. Die süsse Spezialität besteht aus einem Ganache-Herz und Marzipan, umhüllt von Schokolade mit gerösteten Mandelsplittern. Offenbar konnte selbst die Queen Mum nicht widerstehen und liess sich über Jahre die Spezialität in den Buckingham Palace liefern.

Das Tea Room wird vom Heimatschutz zu den schönsten Cafés der Schweiz gezählt.

eine ziemlich kleine und teure „Bombe“

Die Meyerschen Stollen

Nun wird es langsam Zeit das Geheimnis zu lüften. Dazu nehmen wir im Bahnhof den Lift ins dritte Untergeschoss. Mit dem «Aufschluss Meyerstollen» erschliesst das Stadtmuseum das Werk des Frühindustriellen Rudolf Meyer Sohn, der vor 200 Jahren ein weit verzweigtes Stollensystem unter der Stadt Aarau baute. Ausgerüstet mit Helm, Umhang und Taschenlampe tauchen wir kurz ab in den Untergrund.

Entstanden ist diese Anlage zwischen 1791 und circa 1810. Ging es vorerst um die Entwässerung eines sumpfigen Landstückes, wurde das gewonnene saubere Wasser später in der neuen Seidenfärberei zum Färben gebraucht.

Die kleine Ausstellungs kann jeweils am ersten Wochenende des Monats zwischen 14 – 16 Uhr frei besichtigt werden, mit einer Kurzführung um 14.15 Uhr.

Meyersche Stollen

Gemäss Google Health kamen bei dem Spaziergang durch Aarau 8.5 km zusammen. Wegen der Kalorien in der Brändlibombe muss ich mir also sicher keine Sorgen machen.


Meine Informationsquellen:


Blogserie Kantonshauptstädte

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