Wem Patagonien zu südlich und die Atacamawüste zu nördlich ist, der besucht den kleinen Süden. Die Gegend ist bekannt für Flüsse, Seen, Vulkane, Thermalquellen und die von Sagen umwobene Insel Chiloé. 

Pucón

Eine 12 stündige Busfahrt bringt uns von Santiago nach Pucón. Rückblickend wäre wohl ein Nachtbus die komfortablere Wahl, aber wir wollen etwas Landschaft sehen. Irgendwann unterwegs tauchen sie auf, die schneebedeckten Vulkane, ein tolles Bild in Kombination mit dem blauen Himmel und den gelb blühenden Rapsfeldern.

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Die kleine Stadt in der Seenregion ist einer der besten Orte in Chile für Abenteuerurlaub und jegliche Freizeitaktivitäten in der Natur. Die Stadt liegt am Villarrica See und ist umgeben von Nationalparks, Wasserfällen, Flüssen und Seen.  Während unserer Reise hören wir  immer wieder wie überfüllt Pucón sein soll, jetzt anfangs November ist ziemlich das Gegenteil der Fall.

Wir wohnen 4 Tage bei Thomas im Casa Satya und fühlen uns pudelwohl, nur seine kleine Tochter versteht mein Spanisch irgendwie nicht.

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Der aktive Vulkan Villarrica ist eine der grossen Attraktionen in der Gegend und wir haben Glück, aktuell ist eine Besteigung möglich. Thomas empfiehlt uns die Agentur Aguaventuras und die machen einen guten Job. Wir bekommen Bergschuhe und einen schweren Rucksack voller Ausrüstung, inkl. Eispickel und einer Schutzmaske wegen der Gase auf dem Gipfel. Der Aufstieg auf Schnee (1400 Höhenmeter) ist wirklich anstrengend doch das Tempo ist entsprechend gemütlich. Alle anderen Gruppen laufen mit Steigeisen, unser Bergführer findet (zu Recht) es geht auch ohne. Irgendwann ist es geschafft, wir stehen auf dem Gipfel auf 2857 Meter und sehen wie es blubbert im Schlund des Vulkanes. Ein eindrückliches Erlebnis.

Hinunter geht es rassig. Nun kommt unsere Ausrüstung (Hose, Jacke, Handschuhe und Bob) zum Einsatz und auf dem Hosenboden rutschen wir über die Schneefelder Richtung Tal. Gesteuert und gebremst wird mit dem Eispickel. Was für ein Spass! Das Bier auf der Dachterrasse der Agentur haben wir uns anschliessend wirklich verdient.

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Als Belohnung gönnen wir uns am nächsten Tag den Besuch der “Termas Geometricas“, eine der schönsten Thermen in der Gegend. Die Anlage ist wunderbar in die Natur integriert. 17 Becken mit einer Temperatur von 8 – 42 Grad sind in einem schmalen Tal verteilt und mit roten Stegen miteinander verbunden. Am einfachsten bucht man eine Tour von Pucón aus und hofft, einen Fahrer zu erwischen der nicht so langsam und übervorsichtig fährt wie unserer.

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Zwischenstopp Valdivia

Der Einfluss der deutschen Einwanderer hat besonders im Süden Chiles Spuren hinterlassen und man stösst auf viele deutsche Begriffe. Überall gibt es „Kuchen“ und man geht auf ein kühles Bier in den „Biergarten“. In Valdivia wird Kunstmann hergestellt, das gute Bier!

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Chile ohne Avocado ist wie die Schweiz ohne Schoggi – geht gar nicht! Die Chilenen sind verrückt nach Avocado. In Completos (HotDogs), Salaten oder sogar in den Burgern von McDonalds – überall ist Avocado drin.

Valdivia ist bekannt für seine gefrässigen und beängstigend grossen Seelöwen am Fischmarkt. Dank einem Tipp von Thomas essen wir im „el Growler„, einer gemütlichen Kneipe in einem tollen Quartier. Wir kämpfen mit dem Türschloss (und den vier Schlüsseln) zu unserer Unterkunft bis uns ein Passant aufklärt dass wir vor der falschen Türe stehen..ups… er verrät uns noch gleich welche Quartierbeiz gerade in ist. Natürlich gehen wir da hin, das „ultima frontera“ ist ein cooler Hippie-Schuppen.

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Isla de Chiloé

Erst als unser Bus auf eine Fähre rollt wird mir bewusst, die Insel hat weder eine Brücke noch einen Flughafen. Dabei ist es die zweitgrösste Insel Südamerikas nach Feuerland. Wir geniessen die kurze Überfahrt und die frische Brise auf Deck und sind gespannt was uns erwartet.

Irgendwie hau ich total daneben bei der Buchung unserer Unterkunft in Ancud. Der günstige Preis hätte mich stutzig machen sollen, aber manchmal klickt man einfach zu schnell auf „buchen“. Wir checken ein, schauen uns an und beiden ist klar, da gefällt es uns nicht. Nach einem Mittagessen und einem Spaziergang holen wir unser Gepäck, buchen die Vorauszahlung als „Spesen“ ab und lassen einen total verdutzten Hostalbesitzer zurück.

Das Mundo Nuevo liegt wunderschön direkt an der Promenade, erfüllt unsere Vorstellungen von einer gemütlichen Unterkunft und ist unter netter Schweizer Leitung. Am grossen Frühstückstisch lässt sich wunderbar mit anderen Gästen plaudern. Immer wieder spannend was alles für Leute unterwegs sind und was sie zu erzählen haben.

Ancud ist unaufgeregt nett, am Samstagnachmittag wäscht die Feuerwehr Autos und die Kinder dürfen im Feuerwehrauto eine Runde mitfahren. Im Hostal bekommen wir einen Stadtplan mit einem eingezeichneten Rundgang. Eine tolle Idee, wir laufen durch Strassen die wir wohl selber nicht gefunden hätten und kommen an allen wichtigen Orten vorbei. Typisch sind die Schindelhäuser und die Holzkirchen.

Am Abend tobt ein heftiges Gewitter über der Stadt und die Strasse ist rasch überschwemmt. Irgendwann lässt der Regen nach, das Wasser läuft ab und wir kämpfen uns an den vielen Pfützen vorbei ins Dorf und essen im Kuranton, einem Restaurant wie ein Museum. Wir sind die einzigen Gäste, bei dem Wetter will wohl niemand mehr raus.

Die Spezialität ist Curanto, ein Gericht aus Meeresfrüchten und anderen Zutaten, die ursprünglich in einem Erdloch mit heissen Steinen gekocht wurden. Die Portion ist viel zu gross und die Resten werden ungefragt in eine Box gepackt. Wir hätten vielleicht besser nicht ablehnen sollen, am nächsten Abend (Sonntag) finden wir kein geöffnetes Restaurant und verpflegen und mit zwei Müesliriegel die wir in unserem Rucksack noch finden.

Mit dem öffentlichen Bus geht es nach Castro, dem Hauptort der Insel und bekannt für seine „palafitos“, Häuser auf Stelzen. 

Die Anreise dauert länger als gedacht, wir sind in Südamerika. Zuerst fährt ewig lange keine Bus, wohl weil Sonntag ist und dann wartet der Bus eine kleine Ewigkeit irgendwo im Nirgendwo, warum bleibt ungeklärt. Endlich in  Castro angekommen treibt uns der Hunger ins „travesia“, ein Zufallstreffer. Die Kellnerin empfiehlt und ein Fisch- und ein Fleischgericht, beides ein Gedicht. 

Castro ist hübsch, besonders die gelbe Kirche auf der Plaza ist sehenswert und da der Ortskern erhöht liegt hat man immer wieder tolle Blicke hinunter in die Bucht. Die Strassen sind ganz schön steil.

Für Kaffee und Kuchen bietet sich die Terrasse im „Palafito Patagonia“ an, mit einem tollen Blick auf die benachbarten Stelzenhäuser und einer kleinen Foto-Galerie im Eingangsbereich.

„Trauco“, ein Troll, entführt Jungfrauen. Fliegende Hexen treiben ihr Unwesen und auf den Wellen des Ozeans kann man die „Caleuche“ sehen, ein Geisterschiff mit weißen Segeln und lauter Musik. Mythen und Sagen sind allgegenwärtig auf der Insel. 

Chiloé liegt fernab der klassischen Reiserouten und gefällt uns ausgesprochen gut. Zum Abschluss buchen wir einen Ausflug zu den Pinguinen am Strand von Puñihuil. Die Pinguine machen sich etwas rar, doch schon der Landschaft wegen lohnt sich die Tour.


Zwischenstopp Puerto Montt

Bevor es uns in den Norden zieht übernachten wir in Puerto Montt, die Stadt beschert uns einen wunderbaren Abend inklusive Sonnenuntergang und einem hervorragenden „cazuela“ (typischer chilenischer Eintopf). Die Aussicht von unserem Zimmer auf die Promenade und den Vulkan ist sensationell (Hotel Ibis direkt am Busterminal).

Chile 2018: Santiago/Valparaíso – Pucon/ChiloeSan Pedro – Osterinsel