Wechselt das Wetter alle fünf Minuten, wird zum Frühstück Porridge serviert, im Pub Guinness getrunken und auf den Souvenirs ist das Hauptmotiv ein Schaf, dann ist man vermutlich in Irland.

Die irische Hauptstadt ist das Ziel unseres diesjährigen Mädels-Weekends. Zuerst habe ich die Befürchtung in der falschen Stadt gelandet zu sein, was ist das für eine seltsame Sprache auf allen Schildern? Gälisch ist im Alltag von Irland sehr präsent, gesprochen wird hauptsächlich Englisch.

20180916_082145

Unsere Unterkunft ist das Kingfisher an der Parnell-Street und wir sind zufrieden mit dem 3-Bett-Zimmer im dritten Stock (ohne Lift).  Alles ist gut zu Fuss erreichbar und trotzdem ist man etwas weg vom Trubel. Frühstück gibt es im Kingfisher Restaurant gleich nebenan, am Sonntag allerdings erst ab 9.00 Uhr.

20180913_133537

Praktisch über die Strasse entdecken wir das Parnell, das erklären wir  zu unserer Stammkneipe. Hier findet man auch abends immer noch einen Sitzplatz und natürlich spielt Livemusik. Die Roof Top Bar ist leider eine „Raucher-Höhle“. In Dublin soll es um die 800 Pub’s geben, da findet nun wirklich jeder sein Lieblingslokal. Die Iren sagen nicht Cheers, sondern Slainte (ausgesprochen: Slaaaaaan-che).

20180916_08125920180915_211848

Spürt man Kopfsteinpflaster unter den Füssen, dann ist man in Temple Bar, dem Künstler- , Gastronomen- und Partyviertel mit der höchsten Pubdichte in Dublin. Temple Bar ist Touristen-Hochburg, am Wochenende wird es abends sehr voll und sehr laut und es sind viele Gruppen unterwegs. Tagsüber lässt sich gemütlich durch die Gassen schlendern und wir gönnen uns ein Sandwich im Temple Bar Pub – obwohl uns ein irischer Herr dringend davon abrät diese Touri-Falle zu besuchen. So schlimm ist es nun auch wieder nicht und wo sonst gibt es an einem Freitagmittag Live-Musik zum Lunch?

20180914_094542153790322630320180914_102622

20180913_19204020180914_102904

Wir verbringen einen netten Abend mit Irish Food Trails. Guide Lara führt uns in drei verschiedene Lokale, erzählt unterwegs Geschichten und bringt uns Irland kulinarisch näher, inklusive einem kleinen „Irish Coffee Workshop“.

1537903748291

Das Denkmal zu Ehren von Molly Malone wird gerne scherzhaft als „Tart with the cart“ („Zuckerpuppe mit dem Karren“) oder „Dish with the fish“ („scharfe Braut mit dem Fisch“) oder „Dolly with the trolley“ („die Puppe mit der Karre“) bezeichnet. Nach ihr ist das irische Volkslied Cockles and Mussels („Herzmuscheln und Miesmuscheln“) benannt, es erzählt die Geschichte der schönen Dubliner Fischhändlerin, die nicht nur Fische sondern auch ihren Körper verkaufen musste. Guide Lara singt für uns mitten auf der Strasse voller Inbrunst.

20180914_095131

Das Trinity College erinnert mich an die Abenteuer von Harry Potter. Auf eine Besichtigung der alten Bibliothek mit dem berühmten Book of Kells verzichten wir, für alles reicht die Zeit leider nicht.

20180914_101510

Mein persönliches Dublin-Highlight sind die farbigen Türen. Warum die farbig sind, dazu finde ich verschiedene Theorien. Am besten gefällt mir diese Geschichte: Iren lieben ihren Whisky und damit sie nach einem längeren Pub-Besuch die eigene Haustüre finden – und sich nicht unabsichtlich ins  Schlafzimmer der Nachbarin verirren – bemalen sie die Türen in ihrer Lieblingsfarbe.

1537108854493

The Spire, manche finden sie schön andere hässlich. Die Spitze ist 123 Meter hoch und ersetzt die Nelson-Säule. Diese hat an die Schlacht von Trafalgar erinnert und wurde bei einem IRA-Anschlag gesprengt.

20180913_135230

Hübsch anzuschauen das Stephen’s Green Shopping Centre.

20180913_150803

Wir Mädels wollen raus aus der Stadt und das Meer sehen. Das geht problemlos mit dem Bus, auch wenn wir das System nicht wirklich durchschauen und der Bus an der Station vorbei rauscht wenn man nicht den Arm rausstreckt. Die Iren sind hilfsbereit und auf der Strasse erhalten wir meist die netteren Auskünfte als in den zahlreichen Touristen-Infos. Ausflüge kann man auch mit dem Zug (DART) unternehmen, doch wir haben eine Travel Card und somit freie Fahrt im Bus.

20180915_151630

Am liebsten kleben wir oben an der Frontscheibe, da hat man einen tollen Ausblick und auch etwas „Action“ wenn der Bus mal wieder ein paar Äste mitnimmt und sich für uns alles auf der „falschen“ Seite abspielt.

Wir fahren nach Howth, die Halbinsel bietet Küstenfeeling und Hafen-Atmosphäre. An der Touristeninformation gibt es Wandervorschläge. Uns reicht ein Spaziergang mit Kaffeepause in einem winzig kleinen Kiosk-Restaurant.

1537903000902

Der zweite Bus-Ausflug führt uns zuerst nach Bray, einem bekannten Badeort im County Wicklow. Bray besitzt eine schöne Strandpromenade, die sich auf einer Länge von etwa zwei Kilometer an der Meeresküste entlang zieht. Die Sommersaison ist aber definitiv vorbei, es wirkt alles eher etwas trostlos und verlassen. Südlich der Promenade befindet sich der „Bray Head“, hier könnte man schön wandern.

20180915_111411

Wir steigen in den nächsten Bus und fahren nach Powerscourt zum Lunch. Die gepflegte Parkanlage lädt anschliessend zu einem ausgiebigen Verdauungs-Spaziergang ein.

1537903299938

Dann stellt sich die Frage wie wir zurückkommen in die Zivilisation, der Park ist abgelegen und auf den langen Marsch zurück zur Bushaltestelle in Enniskerry haben wir nicht wirklich Lust. Rettung bringt die Uber-App, diese schickt uns innert ein paar Minuten ein Taxi. Die Ortsmitte von Enniskerry besteht gerade mal aus ein paar Häusern, aber genau so stelle ich mir ein irisches Dorf vor. Mit Bus Nr. 44 geht es zurück ins Stadtzentrum.

20180915_15181720180915_151833

Am letzten Morgen weckt uns die Sonne – der erste verschlafene Blick aus dem Hotelfenster beschert mir ein tolles, unvergessliches Bild.

IMG_20180916_103535_927

Good bye Dublin, es hat Spass gemacht und Irland ist definitiv eine Destination die es verdient, mit (viel) mehr Zeit zurück zu kommen um die Schafe in echt und nicht nur auf Souvenierartikeln zu sehen.

20180913_185726-e1537906463897.jpg