Eigentlich wollte ich mit einer Freundin ein paar Tage nach Frankreich – da streikt die Bahn. Dann wollten wir ins Tessin, die Sonnenstube der Schweiz – da streikt das Wetter. So fahren wir  am Samstagmorgen einfach mal mit dem Zug nach Romanshorn, setzen uns in ein Café, schauen uns die Karte vom Bodensee an und überlegen was wir die nächsten vier Tage anstellen könnten.

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Spontan buchen wir für zwei Nächte ein Hotel in Überlingen, nun brauchen wir nur noch ein Transportmittel. Wir nehmen die Fähre bis Friedrichshafen und suchen einen Fahrradverleih. Google-Maps führt uns in den Hinterhof der Esso-Tankstelle und tatsächlich, da stehen Räder. Schon lange wollte ich mal E-Bike fahren, warum also nicht hier am Bodensee. Der Verleih ist anscheinend erst im Aufbau, es gibt weder Visitenkarten noch eine Website, aber die Drahtesel machen einen guten Eindruck und der Preis stimmt auch. Helme haben wir vorsorglich mitgenommen und nach einer kurzen Instruktion geht es auch schon los, vorerst nur bis in die Altstadt, wir haben Hunger.

Friedrichshafen ist Messe- und Zeppelinstadt.

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Dann radeln wir endgültig los und sind erst einmal enttäuscht. Der Radweg ist weit weg vom See und führt meistens entlang der lärmigen Bundesstrasse, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Doch ab Hagnau macht es Spass und spätestens ab Meersburg sind wir begeistert. Allerdings ist Wochenende und schönes Wetter, entsprechend viele Leute sind unterwegs. Ich mag mir gar nicht vorstellen was da in der Hochsaison abgeht.

Meersburg versprüht mediterranes Flair.
Schlösser und eine Burg thronen über der Stadt.

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Dann erreichen wir Überlingen, unser Tagesziel. Eine charmante Kleinstadt mit schöner Altstadt und einer langen Promenade am Seeufer.

Wegen seiner zahlreichen Grünanlagen wird Überlingen auch als Gartenstadt
des Bodensees bezeichnet und die Sonnenuntergänge sind legendär.

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Das Hotel Capri ist ein Glückstreffer, direkt am Landungsplatz mit überdurchschnittlich grossen Zimmern (teilweise mit Balkon) und sehr ruhig. Das Personal ist ausgesprochen nett und die Räder stehen sicher in einem Innenhof. Frühstück gibt es im angrenzenden Restaurant à-la-carte und die Terrasse hat Morgensonne.

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Zur Entspannung lädt die Bodenseetherme ein, diese ist auch am Abend lange geöffnet und nach dem Bad im warmen Wasser sind wir hundemüde und schlafen tief und fest.

Schön sitzt man bei Vinogreth, der Weinfass-Terrasse direkt am See, besser kann man den Tag kaum ausklingen lassen.

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Als Tagesausflug besuchen wir – natürlich mit dem Fahrrad – Ludwigshafen und bestaunen die verschiedenen Skulpturen, besonders „Yolanda“ zieht alle Blicke auf sich.  Unkompliziert der Kiosk an der Promenade, wir bestellen Fischknusperle als take-away und bekommen diese auf einem Porzellanteller serviert.

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Lohnenswert zwischen Überlingen und Ludwigshafen ist ein Stopp in Sipplingen, zum Beispiel im Eiscafé. Wir fühlen uns (fast) wie am Meer.

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Am Montag ist Fahrradtag d.h. die Fahrräder fahren gratis Schiff. Das passt gut, erstens ist es empfindlich kühl und zweitens wollen wir bis nach Bregenz, das ist selbst mit E-Bike eine (zu) lange Strecke. So fahren wir von Meersburg bis Lindau mit dem Schiff und wärmen uns mit einem Tee im Bordrestaurant auf.

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Die Wahrzeichen der Stadt Lindau sind die Statue des Bayerischen Löwen
und der Leuchtturm (der südlichste in Deutschland).
Von der 33 m hohen Plattform geniesst man einen grossartigen Blick.

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Bis Bregenz ist es dann nicht mehr weit und wir beziehen unser Zimmer im Hotel Messmer, mitten im Zentrum. Auch dies wieder ein Glückstreffer und ausserhalb der Saison und unter der Woche mit einem sehr attraktiven Preis.

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Die Landeshauptstadt Vorarlbergs ist Kulturhauptstadt am Bodensee
und bekannt wegen der Seebühne und den Festspielen.

Wir haben Zeit für einen Ausflug (mit der Panorama Gondel) auf den Pfänder, den Bregenzer Haus- und Aussichtsberg auf 1064 m Höhe.

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Am nächsten Morgen verlassen wir Österreich auch schon wieder, die Heimreise steht an. Nochmals verladen wir die Stahlrösser auf das Schiff, das letzte Stück von Langenargen bis Friedrichshafen radeln wir dann aber noch.

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Was für ein wunderbarer Kurztrip mit viel Spass und Genuss. Es hat definitiv Lust auf mehr geweckt und irgendwann radle ich vielleicht mal noch den Rest vom Bodensee ab.

Hier gibt es weitere Informationen zum Bodensee-Radweg. Buchen kann man verschiedene Pauschalangebote und organisieren lässt sich ein Gepäcktransport von Hotel zu Hotel. Wir sind jedoch auf eigene Faust gereist und haben unser Gepäck im Rucksack mitgetragen.

Der Bodensee ist sehr beliebt zum Rad fahren und dementsprechend wird es an Schönwetter-Wochenenden (besonders in der Ferienzeit) ziemlich voll und das ständige Überholen und Ausweichen kann mühsam werden und nerven.

Informationen zur Schifffahrt findet man hier, ausserhalb der Saison ist der Transport der Räder problemlos möglich und eine schöne Ergänzung zum Reisen auf 2 Rädern.