Bodrum
Die Reise nach Griechenland beginnt mit einem Flug in die Türkei. Im Hafen von Bodrum wartet die „Osman Kurt“, eine elegante, 32 Meter lange, aus Holz gefertigte Gulet mit 7 Gästekabinen. Allerdings muss das Schiff zuerst gefunden werden, es gibt drei Häfen in Bodrum und prompt sind wir zuerst im falschen. Wir fahren unter türkischer Flagge, mit türkischer Crew und türkischem Essen. Dank dem frühen Flug bleibt Zeit um das Städtchen zu erkunden. Eine hübsche Fusgängerzone, gemütliche Cafés direkt am Meer und eine Burg. Nach dem Nachtessen treffen die letzten Gäste ein, nun sind wir sechs Schweizer, vier Deutsche und ein Vater mit zwei gelangweilten Kindern aus Bergamo (diese drei werden Guide Isabell noch viele Nerven kosten). Die Italiener haben die Tourenradreise gebucht, alle anderen fahren Mountainbike.

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Kos
Die Überfahrt am nächsten Morgen nach Kos und somit Griechenland dauert 1,5 Std, zuerst müssen wir aber am Zoll vorbei und unterwegs gibt es einen ersten Badestopp im türkisblauen Wasser. Am Nachmittag geht es endlich auf das Bike. Im Programm sieht die erste Tour eigentlich harmlos aus, aber die 30 km und knapp 600 Höhenmeter mit steilen Schotterstrassen schlauchen ganz schön, doch die Landschaft entschädigt für die Strapazen. Wir besuchen eine Therme, tragen das Velo über Distelfelder und werden von Ziegen verfolgt. Am Abend gehen wir mit unseren beiden Guides in eine griechische Taverne essen. Wir beauftragen Lars mit der Bestellung und essen uns durch die Vorspeisenkarte – ein wunderbarer Abend.

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Leros
Die Überfahrt nach Leros beginnt morgens um fünf als wir noch gemütlich im Bett liegen. Das Frühstück bei voller Fahrt ist etwas schwierig, die Müesliflocken fliegen durch die Gegend. Die Biketour führt uns vormittags zum Johanniter-Kastell von Agia Marina und bis in die verwinkelten Gassen des Ortes. Vorbei am idyllischen Hafen der Ortschaft biken wir weiter zur Meer umspülten Kapelle Agios Isidoros, in der sich schon viele Hochzeitspaare das Ja-Wort gegeben haben. Der Küste folgend, erreichen wir einen Sandstrand mit Bade- und Einkehrmöglichkeit. Es sind 38 km und 850 Höhenmeter zu bewältigen. Für die Übernachtung fahren wir in eine kleine Bucht und vor dem Nachtessen bleibt genügend Zeit zum baden, Sonne geniessen, lesen oder eine Runde mit dem Kayak zu paddeln.

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Patmos
Die nächste Insel ist Patmos, dieses Mal kommen wir kurz vor dem Frühstück an. Auf einer kurzen, aber Panorama reichen Bikeetappe besuchen wir die Grotte, in der Johannes während seiner Gefangenschaft die Apokalypse von Gott empfangen haben soll sowie das weltbekannte Johanneskloster von Hora, einem Dorf, das mit seinen zahlreichen weissen Gassen und seinen 34 Kirchen und Kapellen paradiesischen Frieden ausstrahlt. Nach dem Downhill geht es zurück aufs Boot und während wir schwimmen bereitet die Crew das Mittagessen zu. Nach dem Essen geht es schon weiter zu der nächsten Insel.

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Lipsi
Am späteren Nachmittag erreichen wir Lipsi. Ich gönne mir eine Pause, eine Biketour pro Tag reicht mir völlig. Es bleibt Zeit das Städtchen anzuschauen, die Bäckerei zu plündern und mit dem Kapitän Kaffee zu trinken und später bei einem Ouzo den Tag ausklingen zu lassen. Die letzten Biker kommen erst um halb neun zurück zum Boot. Die Stimmung im Hafen von Lipsi ist wunderschön, in den Tavernen läuft Musik, die Restaurants stellen die Tische in die Gassen, das Essen bestellt man direkt in der Küche nachdem man aus allen Töpfen etwas probiert hat.

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Kalymnos
Weiter geht es am Mittwoch nach Kalymnos. Wir ankern nicht am Hafen sondern in einer wunderschönen Bucht etwas ausserhalb. Die Bikes (und natürlich auch wir) werden mit dem Beiboot an Land gebracht.  Wir müssen über einen Pass auf die andere Seite der Insel und dann der Küste entlang nach Pothia wo unser Boot frisch geputzt wartet. Es kommen wieder 35 km und 800 Höhenmeter zusammen, diese Griechenlandtour ist definitiv anstrengend und es wird von Tag zu Tag heisser.

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Kos
Da unser Boot nicht überall anlegen kann nehmen wir für die Überfahrt nach Mastichari (Nordküste Kos) die Fähre. Das Boot sehen wir erst am Abend wieder in Kos Stadt. Dazwischen liegen 57 km und 620 Höhenmeter, einige machen noch eine Zusatzschlaufe mit nochmals 400 Höhenmeter. Guide Lars macht das toll, er bietet oft verschiedene Varianten an und für die Bike-Cracks kennt er immer noch einen knackigen Trail oder ein paar Treppenstufen. Heute beginnt es allerdings mühsam, auf den ersten 10 km müssen wir 8 Platten flicken. Jedes Mal wenn wir los fahren ist der nächste Reifen platt und Lars wird langsam nervös weil das Material ausgeht. Wir fahren durch abwechslungsreiche Landschaften teils entlang der Küste, teils durch die beeindruckende Bergwelt von Kos. Unterwegs machen wir am alten griechischen Bergdorf Zia eine längere Mittagspause. Nach dem Abendessen an Bord können wir noch einmal auf eigene Faust die quirlige Altstadt von Kos erkunden.

Die letzte kurze Biketour führt uns zum weltberühmten Heiligtum des Heilgottes Asklepios, wo der griechische Arzt Hippokrates die Medizinkunst erlernte. Die letzten 15 km und 80 Höhenmeter sind aber wirklich nur noch ein ausrollen.

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Bodrum
Zurück in Kos Stadt stürmen wir noch kurz den Supermarkt, auf der letzten Überfahrt zurück in die Türkei veranstalten wir ein Picknick. Dann liegen wir auch schon wieder im Hafen von Bodrum. Ein letzter Bummel durch die Stadt, ein letztes Nachtessen an Bord, die Verabschiedung von der Crew und eine letzte Nacht im schaukelnden Bett.

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Es ist eine wunderschöne Reise in einem tollen Boot, mit einer super Crew und zwei genialen Guides. Besonders zu erwähnen ist der erst 21 jährige Koch. Unglaublich was er in der kleinen Küche alles hinzaubert.

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