Die Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang wecken gerade viele Erinnerungen an meine Südkoreareise 2014.

Seoul
Meine erste Herausforderung besteht darin, die gebuchte Unterkunft zu finden, diese ist etwas versteckt und der koreanische Stadtplan nicht wirklich hilfreich – mit weiblicher Intuition klappt es dann doch noch. Es ist ein koreanisches Guesthouse, klein und spartanisch aber nett und wohl sehr authentisch. Zum schlafen werden dünne Matten ausgerollt, es erinnert an Camping und ist ein toller Einstieg in diesem fremden Land.

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Es ist Nachmittag, ich trotze dem Jetlag und laufe durch die Strassen. Zufällig komme ich gerade richtig um die Wachablösung bei einem Tempel zu sehen und auch sonst gibt es unglaublich viel zu bestaunen. Nach 4 Stunden bin ich müde aber total begeistert. Eine spannende Mischung aus traditionell und modern, keine Hektik, kein Gehupe. Am Abend kommt meine Kollegin in Seoul an (vorsorglich hole ich sie an der Busstation ab) und wir geniessen das erste leckere koreanische Essen, ein bibimbap.

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Zum Frühstück erwartet uns schon wieder ein bibimbap (Reis, Gemüse und ein rohes Ei), die Lady im Guesthose spricht kein Wort Englisch. Dann besuchen wir den Gyeongbokgung Palast, eine sehr weitläufige schöne Anlage. Weiter geht es zum Jogyesa Tempel. Ich sehe endlich mal wieder einen Buddha und es hängen unzählige farbige Laternen, wunderschön. Gerade findet eine Zeremonie statt, wir schauen zu, werden hereingebeten, es wird uns ein Kissen angeboten, am Schluss merken wir dass wir wohl gerade an einer Trauerfeier waren.

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Weiter geht es mit der Metro zum Namdaemun Markt. In den Metrostationen stehen Schränke mit Gasmasken. Auf dem Markt ist es ziemlich voll, es hat viel Ramsch aber trotzdem macht es Spass. Natürlich probieren wir auch diverse Snacks an den Ständen, den Seidenraupen widerstehen wir jedoch. So langsam sind wir etwas müde und wir suchen den Weg zurück. Die Koreaner sind sehr hilfsbereit, sobald man irgendwo etwas hilflos stehen bleibt wird man angesprochen. Dann wird schon mal das Handy gezückt, Google Maps gestartet und das gewünschte Ziel gesucht. Allerdings ist es auch erstaunlich wie viele junge Leute kaum ein Wort Englisch sprechen, vielleicht trauen sie sich aber auch einfach nicht. Den Abend verbringen wir in Insadong, einer gemütlichen Fussgängerzone mit vielen Shops, Restaurants und Strassenkünstler. Das Essen ist ein kleines Abenteuer, es gibt keine Speisekarte und genau ein Menü, wir haben keine Ahnung was wir bestellen, aber es schmeckt und ist eine Art Tortilla mit Seafood.

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Am Sonntag nehmen wir den Seoul Tour Bus, dieser basiert auf dem Hop-on-Hop-off System. So besichtigen wir zuerst das War Memorial was überraschend weitläufig und interessant ist. Dann stoppen wir in Itaewon für Shopping und Mittagessen und den Nachmittag verbringen wir beim Seoul Tower. Am Abend bummeln wir durch das Bukchon Village. Die heutige kulinarische Herausforderung besteht darin, ein grosses Stück Fleisch mit Stäbchen zu essen. Obwohl wir lange nicht alles gesehen haben bekommen wir doch einen guten Eindruck von der Stadt. Seoul ist keine schöne Stadt und hat kaum herausragende Sehenswürdigkeiten aber irgendwie hat es viele nette Ecken und ich fühle mich wohl.

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Übernachtung: Hyosundang Guest House, Seoul

Seoraksan Nationalpark
Wir sollen um 9.00 Uhr abgeholt werden, um 7.52 klopft es an die Tür und unser Guide stellt sich vor, wir natürlich noch im Bett rsp auf den Matten am Boden. Nach dem Frühstück geht es dann los, den ersten Teil unsere Reise absolvieren wir mit Driver und eben einem Guide, HyunJi Kim ist eine sehr nette junge Dame.

Wir fahren quer durch das Land an die Ostküste und erreichen nach dem Mittag den Seoraksan Nationalpark. Leider beginnt es zu regnen und wir sehen nicht viel von der Landschaft. Doch das Wetter zaubert eine mystische Stimmung bei der grossen Buddha Statue im Wald.

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Sokcho
Nach einer Teepause fahren wir nach Sokcho in unser Hostel. Es erinnert mich an meine Backpackerzeit, Etagenbetten die man selber beziehen muss, Aufenthaltsraum und Gemeinschaftsküche. Die Lobby gleicht einem Museum. Sokcho ist eine Hafenstadt in schöner Landschaft. Wir spazieren zum Leuchtturm, vorbei an den unzähligen Läden mit (noch lebenden) Tintenfischen und Krabben und an Shops mit getrocknetem Fisch in allen Variationen. Abendessen ist wieder spannend, Speisekarte in koreanisch und ohne Bilder. Aber die Restaurantbesitzerin amüsiert sich genau wie wir, irgendwie bestellen wir etwas und schlussendlich essen wir super lecker. Als es ums Bezahlen geht legen wir einfach solange Geldscheine auf die Theke bis sie zufrieden ist. Gut Essen kann man auch am  Hafen, am zweiten Abend haben wir da viel Spass mit den Verkäuferinnen.

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Übernachtung: The House Hostel, Sokcho

DMZ
Zu einer Reise in Südkorea gehört auch der Besuch der DMZ (demilitarisierte Zone), der Grenze zu Nordkorea. Die meisten Touren gehen ab Seoul, wir machen eine weniger touristische Variante ab Sokcho und fahren zum Punch Bowl, ein Schlachtfeld wo erbitterte Kämpfe zwischen Nord und Süd stattgefunden haben. Das Museum ist sehr schön gemacht und erklärt die Geschichte vom Korea Krieg (the unfinished war). Dazu bekommen wir natürlich noch zusätzliche Erklärungen von HyunJi. Nächster Stopp beim 4th Infiltration Tunnel. Dieser wurde von Nordkorea gegraben und 1990 von Südkorea entdeckt. In Zweierkolonne marschieren wir ein Stück in den Tunnel hinein. Anschliessend geht es mit einer kleinen Schienenbahn weiter in den eigentlichen Tunnel, hier nur noch 1.70 Meter hoch und voller Dynamitlöcher. Ein beklemmendes Gefühl. Am Schluss geht es dann noch zum Eulji Observatorium, direkt an der Demarkationslinie. Man sieht den Stacheldraht im Süden, das grüne Niemandsland der DMZ und die Grenzlinie im Norden. Mit einem Fernglas kann man über die Grenze schauen und ich glaube einen Nordkoreaner zu sehen. Fotografieren natürlich strengstens verboten. Bei der Ausfahrt am Checkpoint schaut der Soldat lange in unser Auto und kritzelt etwas in einen Block. Vermutlich hat er sowas wie „Besucher mit seltsam geformten blauen Augen und langer Nase“ vermerkt.

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HyunJi staunt dass wir immer nur koreanisch essen wollen und bestellt am Mittag wieder das volle Programm. Auf dem Tisch türmen sich sicher 20 Schälchen mit allen möglichen Leckereien, einiges schmeckt super, einiges weniger aber es ist immer wieder spannend.

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Donghae
Nun beginnt das Abenteuer, wir sind alleine und mit ÖV unterwegs. Zuerst mit einem komfortablen Intercitybus eine gute Stunde bis Gangneung. Da müssen wir mit einem Citybus an den Bahnhof. Da alles so gut geklappt hat sind wir viel zu früh. So deponieren wir die Rucksäcke in einem Schliessfach und suchen ein Restaurant für den Lunch. Bisher habe ich Restaurants mit Bildern auf der Speisekarte stets belächelt, hier sind wir darauf angewiesen. Anschliessend fahren wir mit dem Zug der Küste entlang bis Mukho. Allerdings lohnt es sich nicht wirklich, erstens dauert die Fahrt nur 30 Minuten und zweitens ist es leider immer noch regnerisch. Um unsere Unterkunft in Donghae zu erreichen kommt dann auch noch ein Taxi zum Einsatz. Es ist uns ein Rätsel weshalb die koreanische Reiseagentur uns ausgerechnet an diesen gottverlassenen Ort schickt, es gibt weder einen Laden noch ein Restaurant. Aber immerhin haben wir ein schönes Zimmer mit ocean view und beheizbarem Bett.

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Am Abend fährt uns die Hotelmanagerin mit dem Auto ins Zentrum und der Tag endet wunderbar. Wir landen in einem Restaurant mit koreanischem BBQ und haben keine Ahnung wie man das isst. Doch das Servicepersonal kümmert sich zu zweit um uns, langt beherzt in unsere Teller um Hilfestellung zu geben und es wird viel gekichert. Ganz diskret werden uns auch zwei Gabeln gebracht um die langen Glasnudeln aufzurollen. Ich schwöre, ich werde nie mehr lachen wenn sich asiatische Touristen in der Schweiz beim Käsefondue ungeschickt anstellen.

 

Übernachtung: Guesthouse Mireene

Andong
Es heisst früh aufstehen, der Zug fährt schon kurz vor sieben. Zum Glück fährt uns wieder jemand vom Hotel zum Bahnhof. Nach 3,5 Stunden durch grüne hügelige Landschaft treffen wir in Andong ein. Wir deponieren die Rucksäcke und beschliessen spontan ein koreanisches Spa auszuprobieren. Es gibt Sprudelbecken in verschiedenen Temperaturen, Sauna und eine Seifenmassage. Die koreanischen Frauen behalten uns im Auge und weisen uns zurecht, man kann einiges falsch machen an so einem Ort 😉

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Am Nachmittag geht es mit dem Bus weiter ins Hahoe Village (UNESCO World Heritage), ein bewohntes Museumdorf. Wir schlafen im Village in einem über 200 Jahre alten Haus – natürlich mal wieder am Boden. Bei unserer Ankunft werden wir gleich noch vom koreanischen TV gefilmt und wir geben ein eher peinliches Interview in unserem Swiss-Englisch. Am Abend ist es wie ausgestorben, alle Touristen sind weg, absolut friedlich, ich spaziere ganz alleine durch die Anlage und geniesse die Abendstimmung – bis das Gewitter kommt.

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Dank der Bodenheizung schlafen wir wunderbar. Nach dem Frühstück (an die koreanische Variante gewöhne ich mich wohl nie) bleibt nochmals Zeit für einen Spaziergang, auch die TV-Leute sind wieder da und wollen wissen wie wir die Nacht überstanden haben. Als wir um zehn Uhr das Village verlassen fahren gerade die ersten Touristenbusse ein.

Übernachtung: Bukchondaek House, Hahoe Village

Haeinsa Tempel Stay
Von Andong fahren wir mit dem Bus nach Daegu. Da gibt es etwas Verwirrung weil wir nicht wissen dass wir das Busterminal wechseln müssen und niemand englisch spricht. Irgendwann kapieren wir es dann doch noch und finden den richtigen Citybus. Hier wirft man das Fahrgeld beim Einsteigen in eine Box. Wenn wir den Preis nicht kennen schätzen wir was die Fahrt etwa kosten könnte und schauen ob der Fahrer damit zufrieden ist. Im richtigen Terminal angekommen ist es dann einfach einen Bus nach Haeinsa zu finden.

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Der Haeinsa Tempel ist bekannt für seine über 80’000 hölzernen Druckstöcke, der umfassendsten Sammlung buddhistischer Schriften in Ostasien. Wir sind für einen Tempelstay angemeldet und wissen nicht so recht was uns erwartet. Aber zuerst müssen wir den Tempel finden, es geht zu Fuss (mit dem ganzen Gepäck) schweisstreibende 1,5 km auf und ab durch den Gayasan Nationalpark. Natürlich überrascht uns genau in diesem Moment ein Platzregen. Wir bekommen einen riesigen Schlafsaal für uns alleine, türmen mehrere Matten aufeinander und es ist sehr bequem. Um 18.10 gibt es ein Nachtessen, dabei wird nicht gesprochen. Anschliessend wohnen wir der Abendzeremonie der Mönche bei und um 21.00 Uhr ist Nachtruhe. Um 3.30 Uhr folgt das Morgengebet, anschliessend hauen wir uns nochmals aufs Ohr bis es um 6.10 Uhr Frühstück gibt. Am Morgen spazieren wir durch den Park, hören den Mönchen beim Trommeln zu und geniessen die spezielle Atmospähre. Nach dem Mittagessen um 11.20 Uhr wird es dann Zeit zu gehen. Dieser Tempelstay (in einer light Variante) war definitiv eine tolle Erfahrung.

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Gyeongju
Vom Tempel geht es zurück nach Daegu und da müssen wir umsteigen. Wir wundern uns dass das Ticket so teuer ist und dann sehen wir dass da eine völlig falsche Stadt aufgedruckt ist – da konnte man wohl unseren englischen Zettel nicht lesen und unsere koreanische Aussprache war anscheinend auch nicht ganz korrekt. Aber wir können das Ticket problemlos tauschen und eine Stunde später erreichen wir Gyeongju. Wir leisten uns ein Taxi aber das ist keine gute Idee. Trotz koreanischer Adressangabe hat der Fahrer keine Ahnung und sein Navi gibt den Geist auf. So steigen wir nach einer Weile wieder aus und halten ein anderes Taxi auf. Der nette Fahrer meint dann aber das Guesthouse sei gleich um die Ecke und so ist es auch.

Korea_2014_157Das Frühstück macht man sich in dieser Art von Unterkünften meist selbst und es wird erwartet dass man sein Geschirr anschliessend auch abspült. Interessant ist, dass wir an einigen Orten keinen Zimmerschlüssel erhalten, man lässt seine Sachen also einfach im offenen Zimmer. Im Badezimmer steht immer eine Tube Zahnpasta, manchmal hat es auch Zahnbürsten, Shampoo und andere Artikel.

In Südkorea sollte man sich nie zuviel vornehmen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind ausserhalb und weitläufig. So fahren wir eine halbe Stunde Bus um den Bulguska Tempel anzuschauen, der bekannteste koreanische Tempel überhaupt, ein schöner Holzbau aus der Silla-Epoche. Aus dieser Zeit stammt auch die Seokguram Grotte, wieder eine halbe Stunde Busfahrt entfernt. Leider wird die Buddhastatue gerade restauriert und ist von einem Gerüst umgeben, somit hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Landschaftlich lohnt sich der Ausflug aber allemal. Die Koreaner lieben Outdoorkleidung und sind immer voll ausgerüstet unterwegs in möglichst bunter Kleidung. Dabei dürfen Handschuhe und Wanderstöcke nicht fehlen. Gemäss Lonely Planet ist wandern die Freizeitbeschäftigung Nummer 1 in Korea und entsprechend gibt es auch unzählige Läden um sich einzukleiden.

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Gegen Abend spazieren wir durch den Tumulipark. Wunderschöne Stimmung und eine etwas gruselige Vorstellung dass unter den grünen Hügeln Gräber verborgen sind. Nach dem Nachtessen gehen wir ins Kino und schauen uns einen koreanischen Film an. Da dieser vor allem aus Konversation besteht können wir der Handlung absolut nicht folgen. Aber es sind schöne Bilder und zufällig spielt der Film in Gyeongju, der Stadt in der wir uns gerade befinden.

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Übernachtung: Homo Nomad Guesthouse, Gyeongju

Busan
Nach Busan fahren wir mit dem Zug und anschliessend mit der Metro ins Hostel. In der zweitgrössten Stadt Südkoreas (mit dem grössten Hafen) fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Wir sind schon am Mittag da und haben Zeit die Stadt zu erkunden und wir wohnen mitten im Zentrum. Einen guten Tipp erhalten wir im Hostel, das Lotte Einkaufszentrum verfügt über eine schöne Dachterrasse mit Blick auf den Hafen. Wir sitzen auf einer Bank und drei koreanische Ladies haben irgendwie Freude an mir. Natürlich machen sie ein Foto und dann steht eine der drei Frauen auf, läuft weg und kommt zurück mit einer Portion Pommes für mich. Dabei hatte ich gerade ein reichhaltiges Mittagessen und ein Eis – aber natürlich esse ich auch noch die Pommes. All das geschieht ohne ein gesprochenes Wort, eine gemeinsame Sprache haben wir nicht. Genau solche Erlebnisse machen das Reisen so wertvoll.

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Faszinierend der Fischmarkt, in dieser Grösse habe ich das noch nie gesehen. Riesige Hallen und zwischen den Becken mit den Meerestieren stehen Tische zum essen. Erstaunlicherweise ist hier auch am Abend noch ziemlich Betrieb. Wir wählen ein Restaurant im Freien und geniessen einen grillierten Fisch.

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Übernachtung: Sum Guesthouse, Busan

Jeju Island
Von Busan fliegen wir mit Air Busan nach Jeju, auf die grösste Insel Südkoreas. Uns erwartet erstens Regen und zweitens Jenny, unsere Führerin auf Jeju.

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Auf der Fahrt quer über die Insel zu unserer Unterkunft in Seogwipo sehen wir wegen dem schlechten Wetter nicht viel. Abends gehen wir mit Jenny essen, einmal mehr füllt sich der Tisch mit unzähligen Schälchen.

Das Wetter bessert sich zum Glück und dank Jenny und unserem Driver schaffen wir es, auf der grossen Insel in zwei Tagen einiges anzuschauen. So viele Touristen wie hier haben wir in ganz Korea nicht gesehen, Jeju ist ein beliebtes Ferienziel. Wir steigen 500 Treppenstufen hoch zu einem Krater, erkunden eine Lavahöhle, spazieren durch den botanischen Garten, geniessen die Ausblicke aufs Meer, entdecken einen Buddha-Tempel, sehen Wasserfälle und Klippen und besuchen das Teemuseum. Landschaftlich ist Jeju definitiv das Highlight unserer Koreareise.

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Wahrzeichen der Insel sind die „Grossvaterfiguren“ aus Lavastein, diese finden sich überall auf der Insel in allen Grössen und galten früher als Schutzgottheiten. Berühmt sind zudem die Taucherinnen die in den Küstengewässern aus bis zu 20 Metern Meerestiefe Seegurken, Tintenfische und Schalentiere holen (ohne Sauerstoff versteht sich). Allerdings sind die Taucherinnen am aussterben, die jungen Frauen haben kaum mehr Interesse an diesem Beruf. Jenny erzählt uns, dass kürzlich eine über 80 jährige Frau während einem solchen Tauchgang verstorben ist.

 

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Wir wohnen in Seogwipo an der Südküste, dem Austragungsort der Fussballweltmeisterschaft 2002. Ein schönes Städtchen um abends durch die Strassen und über den Markt zu flanieren. Wieder einmal eine lustige Unterkunft, ausser uns lauter „Girlies“.

zurück in Seoul
Der Kreis schliesst sich, wir fliegen von Jeju zurück nach Seoul und übernachten nochmals im gleichen Guesthouse wie vor zwei Wochen. Leider gibt es vom Gimpo Airport keinen Bus in die Stadt, so müssen wir die Metro nehmen. Zwei Mal umsteigen erweist sich mit dem Rucksack in den riesigen Stationen als ziemliche Tortur und wir sind froh als wir endlich am Ziel sind.

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Unsere Flüge gehen erst gegen Mitternacht und wir haben nochmals einen Tag um Seoul zu erkunden. Wir besuchen den Olympiapark, erkunden die Dongdaemun Gegend und spazieren am Cheonggyecheon Fluss entlang. Natürlich essen wir auch noch ein letztes Bibimbap bevor es dann definitiv Zeit ist Abschied zu nehmen.

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Die zwei Wochen in Südkorea sind extrem abwechslungsreich. Wir sind mit Bus, Zug, Auto, Taxi, Flugzeug und viel zu Fuss unterwegs. Eine schöne Mischung aus Stadt, Land, Kultur und Geschichte. Wir schlafen, essen und sitzen am Boden, besuchen ein Kino und eine Sauna, meistern kulinarische, sprachliche und kulturelle Hürden. Die Koreaner sprechen zwar selten englisch, sind aber sehr hilfsbereit und neugierig. Oft sind sie wie Engel diskret zur Stelle wenn wir Hilfe benötigen und weisen uns nett aber bestimmt zurecht wenn wir in ein Fettnäpfchen treten. Als Reiseland ist Korea sehr angenehm, alles ist modern, sauber, pünktlich, organisiert und auch ganz praktisch ist, es gibt überall gratis Trinkwasser. Das alles macht Korea zu einem faszinierenden Reiseziel, auch wenn es aus meiner Sicht landschaftlich bestimmt schönere Destinationen gibt.