Costa Rica ist bekannt für seine tropischen Strände, Vulkane und exotischen Tiere. Kaum ein Land bietet auf so engem Raum solch vielfältige Landschaften. Das Biken kommt selbstverständlich nicht zu kurz: Naturstrassen und abenteuerlichen Trails, Radeln an Traumständen und ein Downhill vom Vulkan. Pura Vida!


Ich reise aus Panama an, von meinem Sprachaufenthalt und treffe ausserhalb von San José im ersten Hotel meine Bike Adventure Tours Reisegruppe. In Zarcero (1800 MüM) machen wir am nächsten Morgen unsere Velos klar, verpflegen uns und los geht es. Leider hängen die Wolken tief, wir fahren durch Nebel und nach dem Mittagessen in einem typischen Lokal am Strassenrand beginnt es auch zu regnen, so hab ich mir das aber nicht vorgestellt. Wir fahren durch die «Schweiz Costa Ricas» in das hübsche Gebiet des aktiven Vulkans Arenal (1633 m), der immer wieder Ausbrüche verzeichnet. Nur sehen können wir ihn aufgrund der Wolken leider nicht.

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Tags darauf biken wir am Fusse des Vulkans und dem Ufer des riesigen Arenal-Stausees entlang, bevor es hoch zum Monteverde-Nationalpark geht. Das Highlight ist der Skywalk (über Hängebrücken wandern wir hoch über den Baumkronen) und anschliessend das Canopy, action pur, am Stahlseil durch die Baumkronen zu sausen. Im Hotelzimmer besucht uns ein Skorpion.

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Eine lange Abfahrt mit herrlichen Ausblicken über das ländliche Costa Rica und die anschliessende Busfahrt auf der «Panamericana» bringen uns ins kleine Städtchen Liberia im Norden des Landes, unterwegs finden wir uns plötzlich tanzend (mit Velohelm) mitten in einem Strassenfest. Die ersten Tage sind geprägt von viel Wind, Nebelwald, wechselhaftem Wetter, Faserpelz, dreckigen Bikes, Natur pur.

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In einer Pferde-Hacienda im Naturpark Rincón de la Vieja am Fusse des gleichnamigen Vulkans verbringen wir zwei Nächte und feiern Weihnachten. Zahlreiche vulkanische Erscheinungen wie blubbernde Schlammbecken und vom Vulkan erhitzte Bäche gibt es zu entdecken. Der Wind lässt endlich nach und wir packen die Sommerkleider aus.

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Dann folgt eine schöne Biketour auf Naturstrassen durch wildromantisches Hinterland zur biologischen Station Palo Verde, einem wichtigen Nahrungsgebiet für eine Vielzahl von Wasservögeln. In der Morgendämmerung gleiten wir per Boot mitten durch das erwachende Vogelparadies und sehen Affen, Nasenbären und Leguane.

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Die anschliessende Biketour quer über die Halbinsel Nicoya führt uns an die Pazifikküste und endlich ans Meer. Den wohlverdienten Ruhetag geniessen wir in Sámara mit Nichtstun unter Palmen am Sandstrand.

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Einige der schönsten und unberührtesten Strände Costa Ricas bereichern den Süden der Peninsula de Nicoya, wir radeln teilweise direkt auf den weissen Sandstränden. Dann geht es ins Landesinnere, die Wege werden ruppiger, wir durchqueren Flüsse und quälen uns über unzählige steile Hügel in einer wilden, urwüchsigen Gegend. Der Bus kann uns nicht mehr überall folgen, wir bekommen zusätzlich einen Jeep als Begleitfahrzeug

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Das Hotel Vista las Islas ist eine kleine Oase, hier lassen wir die Seele baumeln und geniessen einen weiteren freien Tag mit einem Bootsausflug auf die Isla Tortuga. An Silvester verlassen wir die Halbinsel Nicoya und fahren mit der Fähre nach Puntarenas und weiter mit dem Bus nach San José, wir haben Zeit die Stadt zu erkunden und feiern Silvester. Nach den Hitzetagen wird es hier auf knapp 1200 MüM am Abend wieder empfindlich kühl.

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Neujahr verbringen wir in der Nähe der beiden höchsten Vulkane Costa Ricas, Irazú (3432 m) und Turrialba (3328 m). Der Bus fährt uns hoch zum Irazú. Bei guter Sicht bietet sich uns ein herrlicher Blick hinunter in die mächtigen Vulkankrater des Irazú. Wir biken dem Vulkan Turrialba entlang und durch Kaffeeplantagen ins Orosi-Tal. Eine Reifenpanne am Bus bringt unseren Zeitplan durcheinander. Der Downhill ist anspruchsvoll und ein heftiges Gewitter stoppt uns, nochmals sind wir von oben bis unten mit Dreck überzogen. Pünktlich zum Sonnenuntergang treffen wir am Ziel ein und ganz zufällig (!!) hat es da eine Bar. Das ist die letzte Biketour unserer Reise und das muss gefeiert werden.

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Im Manuel Antonio Nationalpark lassen wir die Reise ausklingen. Die Strände zählen zu den schönsten des Landes. Der Nationalpark ist bekannt für seine vielen nicht menschenscheuen Tiere. Für uns ist der Park eher eine Enttäuschung, es hat dermassen viele Touristen dass sich kaum Tiere blicken lassen, da haben wir auf den Biketouren mehr gesehen. Dafür sind die Strände um so schöner und wir geniessen nochmals Sonne, Meer und gutes Essen.

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Dann heisst es Abschied nehmen. Der Bus fährt uns zurück ins Zentraltal zum Flughafen von San José, von wo wir nach Europa zurückfliegen.

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