Lernst du gerne in klimatisierten Klassenräumen mit moderner Technologie? Möchtest du deine frisch erworbenen Sprachkenntnisse auch ausserhalb der Schule fleissig anwenden? Hast du am Abend gerne deine Ruhe und nimmst deine Wertsachen mit an den Strand? Ja? Dann solltest du vermutlich keinen Sprachkurs in Bocas del Toro buchen. Wenn deine Prioritäten jedoch etwas anders liegen, also Urlaub wichtiger ist als Lernen, dann hat Bocas durchaus seinen Reiz.

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Die erste Nacht verbringe ich in Panama City, in der Partnerschule. Die Unterkunft ist leider nicht im Zentrum, aber der Hausberg ist gleich um die Ecke. Die kleine Wanderung auf den cerro ancón macht Spass, es ist tropisch (grün, heiss, feucht) und der Blick auf die Stadt und auf den Panamakanal fantastisch.

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Vom nationalen Flughafen Albrook geht es am nächsten Tag endlich an mein Ziel, Bocas del Toro. Die Schule liegt sehr zentral. Die Terrasse und der Schulgarten mit seinen Palmen und Bananenbäumen sind nicht nur ein schöner Treffpunkt für die Pausen, sondern dienen auch als Unterrichtszimmer. Es ist eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Für mich gibt es keine passende Klasse, so bekomme ich täglich 2 Privatstunden und habe entsprechend mehr Freizeit, perfekt. Ich wohne auch gleich in der Schule, das Zimmer ist ziemlich spartanisch eingerichtet und sehr ringhörig. Das Gemeinschaftsbad hat auch schon bessere Zeiten gehabt, aber für 2 Wochen ist es ok.

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Bocas ist klein und hat karibisches Flair, man läuft sich immer wieder über den Weg. Leider wird hier hauptsächlich Englisch gesprochen. Auch in der Schule ist abgesehen vom Unterricht meist Englisch die Konversation Sprache. Die meisten Schüler sind (wie ich) auf einem tiefen Spanisch-Level und das macht es fast unmöglich ein vernünftiges Gespräch zu führen. Es gibt überall nette Cafés mit Hängematten, praktisch immer sitzt man am Wasser und manchmal kann man auch baden. Wir treffen uns am Abend immer zum gemeinsamen Nachtessen. Dann gehen die Diskussionen los nach dem wohin und meistens ist genau das gewählte Restaurant geschlossen und wir gehen doch woanders hin. Oft ist die Küche überfordert und es dauert Stunden bis das Essen kommt – aber das ist eben Bocas, da ticken die Uhren etwas langsamer. Anschliessend zieht man weiter, das Leben spielt sich draussen ab, überall läuft Musik, irgendwo ist immer etwas los, einige Restaurants/Clubs erreicht man nur mit dem Wassertaxi.

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Wir werden in der Schule immer wieder gewarnt vorsichtig zu sein, nachts nicht alleine heim zu laufen, keine Wertsachen auf uns zu tragen usw. Unbegründet ist das nicht, einige meiner neuen Freunde werden am Strand auf einer Nachbarinsel tatsächlich ausgeraubt. Abgesehen vom kleinen materiellen Verlust passiert zum Glück nichts, aber schön ist so ein Erlebnis natürlich nicht.

Die Schule vermietet Kayaks und das entwickelt sich zu meinem Highlight. Wann immer ich Zeit habe schnappe ich mir eines und paddle raus, die Landschaft auf dem Wasser  mit den vielen Mangroven und kleinen Inseln ist wunderschön. Meist findet sich auch spontan eine Begleitung.

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Auch mit dem Velo lässt sich die Isla Colon gut erkunden. Die Strände sind fantastisch und es macht Spass durch die Gegend zu cruisen.

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Die Schule bietet ein Wine Tasting an. Natürlich gibt es in Panama keinen Wein, aber Julia (die gute Seele der Schule) ist aus Argentinien und kennt sich echt aus. Eigentlich sollen wir spanische Wein-Vokabeln lernen, aber nach der zweiten Flasche (bei 4 Personen) rückt das in den Hintergrund.

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Mit einer Deutschen mache ich einen Ausflug in den Dschungel auf eine Kakao-Plantage. Die Führung ist sehr interessant. Nur die Hin- und Rückfahrt mit dem Boot ist etwas abenteuerlich und es gibt wohl schon einen Grund warum alle freiwillig Schwimmwesten anziehen.

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In der Schule nimmt zurzeit eine französische Familie mit drei Kinder Unterricht, sie leben auf einem Katamaran und segeln um die Welt. So ergibt sich am Samstag die Gelegenheit zu einem Sailing Trip. Der Tag auf dem Wasser ist einfach nur toll, Sonne pur, schwimmen und leckeres Pick Nick an einem fantastischen Strand.

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Den Sonntag Morgen verbringe ich im Hospital von Bocas. Mir geht es gut aber eines der Holländischen Mädels hat eine Lungenentzündung. Man kann nur hoffen hier nicht ernsthaft krank zu werden aber immerhin haben wir nach drei Stunden ein Röntgenbild, eine Diagnose und drei Rezepte für Medikamente.

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Unser Lieblingsstrand ist der Red Frog Beach auf der Isla Bastimentos. Es gibt da wirklich rote Frösche, diese sind winzig klein und man muss schon gut schauen um einen zu entdecken. Nett ist die kleine Bar mit leckeren Fisch Tacos und Banana Colada.

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Mit dem Bus erreicht man die  Playa de las Estrellas, die ist nach den vielen Seesternen benannt. Ein Weg führt wunderbar entlang dem Meer. Der Strand ist echt schön, aber es hat da ein paar seltsame Gestalten und ausnahmsweise bin ich alleine unterwegs. Ein betrunkener Kanadier quatscht mich an und fragt „what is your story?“ – ich beschliesse den Rückweg anzutreten.

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Für die letzten zwei Nächte in Bocas gönn ich mir ein richtiges Hotelzimmer. Eigenes Bad mit warmem Wasser, Klimaanlage, TV, direkt am Wasser, was für ein Luxus für 35 USD pro Nacht. Beim Frühstück komme ich mit einer Amerikanerin ins Gespräch und ich schliesse mich ihr spontan an für einen Bootsausflug. Wir sehen Delfine und zwei Faultiere, gehen schnorcheln und essen Fisch. Wieder ein schöner Tag auf dem Wasser und ich geniesse nochmals die Landschaft rund um Bocas.

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Dann fliege ich zurück nach Panama City. Bei der Landung ist es schon dunkel, zufällig treffe ich jemanden aus der Schule und bin froh können wir uns ein Taxi teilen. Das ist zwar nicht günstiger, fühlt sich aber besser an, der Taxifahrer schaut während der Fahrt auf einem Bildschirm Action-Filme. Mein Hostal ist genial – ein Tipp von einer Schweizerin. Zwar nicht super zentral, dafür in einer sicheren Gegend. Mit einem Diabolo Rojo (lokaler Bus mit lauter Musik) fahre ich zum Multicentro und kaufe ein Ticket für den Hop-On Hop-Of Bus.  Beim Panamakanal (Miraflores Schleusen) steige ich aus. Ich bin völlig fasziniert wie hier die Schiffe durchgeschleust werden und bleibe zwei Stunden.

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Dann fährt der Bus weiter quer durch die Stadt, immer wieder bieten sich schöne Aussichten. Leider beginnt es zu regnen und zwar so richtig, ich flüchte in ein Einkaufscenter und esse etwas. Siehe da, es klart wieder auf und ich setze meine Tour fort im casco viejo, der Altstadt. Hier stehen wunderschön restaurierte Häuser neben Ruinen, es hat kleine Läden, Galerien, Cafés in Hinterhöfen, es macht Spass zu bummeln.

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Zurück im Hostal treffe ich einen Luzerner und wir trinken ein Glas Wein – ein schöner Abschluss für meinen Panama-Trip.

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