Auf dem Weg zum Flughafen fällt uns plötzlich auf das etwas fehlt. So ein Mist, eines unserer Handgepäcke liegt noch zu Hause. Was nun? Nach dem ersten Schreck stellen wir beruhigt fest, dass die wirklich unentbehrlichen Dinge wie Pass, Flugtickets und Kreditkarte dabei sind – alles andere lässt sich ersetzten.

Ganze 35 Minuten trennt Salt Lake City vom „Greatest Snow on Earth“, 7 Skigebiete halten für jeden Wintersportler das Richtige bereit, für Abwechslung ist gesorgt. Die Hotels in Salt Lake City bieten zudem im Winter ein äusserst attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar etwas verrückt aber warum nicht mal eine Skisafari in einer amerikanischen Grossstadt.

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Salt Lake City
Die Stadt bietet ein eindrucksvolles Gebirgspanorama mit den Wasatch Mountains. Wir konzentrieren uns allerdings auf das Skifahren und verbringen kaum Zeit in der City. Eine Reise nach Salt Lake City ist immer auch eine Begegnung mit den Mormonen. Lohnenswert sicher ein Besuch des Mormon Tabernacle Choir, das christliche Konferenzzentrum besitzt eine riesige Konzerthalle mit einer aussergewöhnlich guten Akustik. Es finden sich immer ein paar Mormonen die Gästen liebend gern von ihrer Geschichte und ihren Geschichten erzählen.

Wir wohnen im Crystal Inn Midvalley das liegt etwas ausserhalb der Stadt, jedoch verkehrsgünstig um am Morgen ohne Stau in die Skigebiete zu fahren. Unser Mietwagen ist ein riesig grosser roter Ford Explorer, sehr praktisch mit der ganzen Skiausrüstung.

Am Abend essen wir meistens in Hotelnähe und besonders gut gefällt uns die Bohemian Brewery.

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Canyons – what you can see, you can ski!
Fast jeder Lift erschliesst eine andere Bergflanke und Schnee hat es mehr als genug. Wir besuchen the Canyons zwei Mal. Am ersten Tag geniessen wir die Pisten bei schönstem Frühlingswetter mit viel Sonnenschein. Lifte ohne Wartezeiten, am Mittag etwas vom Grill und ein Bierchen, so macht es Spass. Beim zweiten Besuch ein paar Tage später präsentiert sich das Skigebiet nach einem Sturm und einer Ladung Neuschnee von einer völlig anderen Seite, die unpräparierten steilen schwarzen Pisten sind schlicht der Hammer, wir bekommen kaum genug.

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Steep, steeper, Snowbird

Snowbird ist angeblich eines der anspruchsvollsten Skigebiete der Welt, nur ein Bruchteil der Abfahrten, auf die allwinterlich fast 13 Meter feinster Pulverschnee fallen, wird präpariert. Der ganze Berg mit seinen Felsenkesseln, Mulden, Couloirs, Buckelwänden und lichten Wäldern ist zum Skifahren freigegeben.

Das ist doch genau unser Ding und wir geniessen einen herrlichen Skitag in der Schwesterstadt von Zermatt, ab dem Mittag im Schneegestöber, Snowbird begeistert. Speziell ist ein 183 Meter langer Tunnel mit Förderband durch den Berg. Snowbird ist mit Alta verbunden, nur gibt es leider keinen gemeinsamen Skipass.

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Alta – für Snowboarder tabu
Pulver ist der Grund, nach Alta zu kommen, dank der Bäume und der Topografie mit vielen geschützten Rinnen und schattigen Flanken bleibt der Schnee lange liegen. Innerhalb der 6 Quadratkilometer von Alta gibt es keine Grenzen außer den eigenen Fähigkeiten. Die Devise lautet also: Augen auf und die individuelle Linie suchen. Wir erwischen einen Traumtag mit viel Sonnenschein, es könnte kaum schöner sein. Es bleibt für uns ein Rätsel warum hier (und generell in Utah) niemand die Sicherheitsbügel bei den Sesselliften schliesst, meistens hat es schon gar keine, und das ausgerechnet in den USA, das haben wir nicht erwartet.

Der „American Way of Skiing“ ist anders als wir uns gewöhnt sind: entspannt, ohne Drängeln am Lift und manchmal auch etwas skurril wenn zum Beispiel die Bäume mit Büstenhalter, rosafarbenen Slips und bunten Kettchen geschmückt sind.

Für Snowboarder ist Alta tabu – sie werden an den Liften nicht befördert.

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Park City

Park City war wie Aspen Ende des 19. Jahrhunderts ein boomendes Silberminenstädtchen und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der führenden Ski-Resorts in den USA entwickelt. Hier fällt mehr als doppelt so viel Schnee wie in einigen der bekannten Orten Colorados. Irgendwie können wir uns nicht so richtig mit diesem Skigebiet anfreunden und es hat unheimlich viele Anfänger auf der Piste.

Für Schnäppchenjäger ist das Tanger Outlet auf dem Weg nach Park City einen Stopp wert.

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Deer Valley – Skigebiet No. 1 in den USA
Nicht umsonst wurde Deer Valley 3 Mal in Folge zum Skigebiet No. 1 in den USA gekürt. Die Pisten sind abwechslungsreich und anspruchsvoll mit viel Tree-Skiing. In den USA darf man quer durch Wälder fahren die dafür im Sommer extra von Unterholz und Büschen befreit werden. Die Lodges sind auf luxuriös getrimmt mit goldenen Wasserhahnen und Ledersofas. Altmodisch hingegen das Ticketsystem, unsere Tageskarte wird mit einer Lochzange entwertet!

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Eine Skisafari in Utah können wir (mal abgesehen von der langen Anreise) absolut empfehlen, der Schnee ist wirklich unglaublich und es macht Spass verschiedene Skigebiete zu erkunden. Natürlich lässt es sich nicht mit einem klassischen Skiurlaub vergleichen in einem hübschen Skiort wo man abends nett bummeln und anschliessend zu Fuss in ein Restaurant essen gehen kann.

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Als Veranstalter für Skiurlaube in USA/Canada haben wir mit Canusa gute Erfahrungen gemacht.

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