Die erlebnisreiche Radreise mit Bike Adventure Tours führt in den grandiosen Nationalpark Chapada Diamantina, ein Eldorado für Naturfreunde und Abenteurer. Dazu Traumstrände, viel Natur, liebenswerte Menschen sowie Salvador de Bahia, Brasiliens kulturell-historisch reichste Stadt.

Die ersten zwei Nächte wohnen wir in der Pousada von unserem Reiseleiter in Lauro de Freitas. Die Nähe zum Flughafen Salvador ist nicht zu überhören, aber Caipirinha sei Dank schlafen wir trotz Fluglärm wunderbar. Ausgeschlafen lockt der nahe Strand, das Meer ruft, eine wunderschöne Promenade lädt zu einem ausgiebigen Spaziergang ein und der Besuch einer Churrascaria ist für Fleischliebhaber Pflicht.

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Der Nachtbus bringt uns nach Lençois, ins touristische Zentrum der Chapada Diamantina. Eine hübsche kleine Kolonialstadt mit sehenswerten Gebäuden aus der Diamantenzeit.

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Dann geht unser Bike-Abenteuer so richtig los! Ein alter Goldwäscherpfad, Schlammlöcher und acht Flussüberquerungen – wahrlich ein Abenteuer! Die Gegend ist ein Traum, eine wilde Kakteenlandschaft und zerklüftete Felsformationen. Die Pousada in Igatu ist wunderschön gelegen, toll eingerichtet und die Caipirinhas haben es in sich.

Bike 45/52 km, ca 650/1000 Hm

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Es hat die ganze Nacht geregnet, der Downhill fällt  buchstäblich ins Wasser. Darüber bin ich nicht ganz unglücklich, fahre ich doch lieber rauf als runter. Als Alternative steht ein  Spaziergang zu den Ruinen des alten Igatu und und der Besuch einer kleinen Kunstgalerie auf dem Programm. Anschliessend geht es mit  Bike und Fähre zur Kaverne Poço Açul, da lässt am Nachmittag das einfallende Licht das Wasser des tiefen unterirdischen Sees in einem magischen Blau erstrahlen – ein eindrückliches Erlebnis in diesem See zu baden.

Bike 40 km, 600 Hm

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Die längste Etappe gilt es heute zu bewältigen. Ein Teil der Gruppe holt den Downhill von gestern nach und dann treffen wir uns alle in Mucugê zum Mittagshalt. Es gibt wie so oft ein Buffet, das geht schnell und bezahlt wird nach Gewicht. Während wir Essen zieht ein Gewitter vorbei und auch auf dem Trail Richtung Guiné sitzen uns bedrohliche dunkle Regenwolken im Nacken. Wir radeln was die Beine noch her geben, doch es reicht nicht, nass und dreckig kommen wir in der Pousada an. Die einfache aber saubere Unterkunft hat seit einem Blitzeinschlag am Mittag keinen Strom, wir geniessen einen fröhlichen Abend bei Kerzenlicht.

Bike 62 km, 980 Hm

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Am Morgen hat niemand Lust los zu fahren, es regnet in Strömen. Irgendwann muss es doch sein und die nasse rote Sandpiste verwandelt unsere Shirts innert Minuten in Dreckwäsche. Wir erreichen den höchsten Punkt der Tour (ca 1300 MüM) und es folgt ein 12 km langer Downhill nach Rio Grande. Der Regen hört auf und den Lunch geniessen wir an der Sonne. Nach dem Badestopp am Riachinho Wasserfall erreichen wir am späteren Nachmittag Capão. Da sitzen wir am Abend noch lange am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel – genau solche Momente sind unbezahlbar.

Bike 52 km, ca 850 Hm

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Wir tauschen das Bike gegen Trekkingschuhe und wandern zum Cachoeira do Fumaça (4 Std), dem höchsten Wasserfall Brasiliens. Das Wasser stürzt 380 Meter in die Tiefe und die Aussicht in den Canyon ist atemberaubend. Die Pizzeria von Thömu, einem ausgewanderten Aargauer, beschert uns einen weiteren tollen Abend.

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Dann folgt die technisch anspruchsvollste Etappe, Singletrails den ganzen Tag. Von Capão biken wir durch das Tal der drei Brüder (tres Irmãos) am Tafelberg Morrão vorbei zum Pai Inácio. Dieser Berg mit seinen 1120 Metern ist das eigentliche Wahrzeichen der Chapada. Auf dem Gipfel geniessen wir einen fantastischen Rundblick über die Region. Von hier führt ein weiterer Singletrail mit anschliessendem Downhill nach Lençóis. Im Städtchen kennen wir schon die eine oder andere Bar – schwieriger wird es (für einige) das Bett zu finden.

Bike 40 km, 460 Hm

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Der letzte Tag in der Chapada bricht an. Das Begleitfahrzeug bringt uns zu einem kleinen Dorf am Fluss. Nach einem kurzen Besuch in der Schule geht es weiter mit Kanus durch die wunderschöne Flusslandschaft. In den natürlichen Pools des Rio Roncador gönnen wir uns eine Abkühlung bevor es auf dem Bike zurück nach Lençois geht. Den Abend verbringen wir in unserer Pousada, es gibt Pizza, eine Live-Band spielt für uns. Kurz vor Mitternacht höre ich plötzlich Happy Birthday und eine Geburtstagstorte wird serviert – oh, das Geburtstagskind bin ja ich!

Kanu (1,5 Std) und Bike (22 km, 250 Hm)

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Das frühe Aufstehen fällt nicht allen leicht, aber um 7.30 Uhr fährt unerbittlich der Bus.  Dann sind wir in Salvador, der Hauptstadt von Bahia und wohnen im Pelourinho. Wir geniessen die farbenfrohe Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, machen Bekanntschaft mit den lebenslustigen «Baianos» und deren afrobrasilianischer Kultur und Musik, feilschen um Preise für Souvenirs und kaufen eine Hängematte – es ist toll hier, die Stadt lebt.

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Die Küste nördlich von Salvador ist ein Paradies für Strandfreunde. Ein Kleinbus bringt uns nach Praia do Forte. Nach dem Check-In steigen wir gleich wieder in den Bus und fahren noch etwas nördlicher bis Massarandupio. Dann heisst es biken an menschenleeren Traumständen, ein Genuss – wenigstens am Anfang. Es wird immer anstrengender, der Sand immer tiefer und ich bin froh als wir am Ziel sind. Trotzdem ein wunderschönes Erlebnis. Anschliessend lassen wir uns in einem Gartenrestaurant unter einem riesigen Mangobaum kulinarisch verwöhnen mit Meeresfrüchten.

Bike ca 30 km, 100 Hm

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Zum letzten Mal satteln wir die Bikes, es geht ins nahe Sapiranga Naturreservat zum Dschungeltrailspass. Die Hitze ist erdrückend, der Schweiss rinnt in Strömen. Am Mittag erreichen wir einen lauschigen Platz am Fluss mit Restaurant und lassen es uns gut gehen. Auf dem Rückweg besuchen wir das Castelo Garcia d’Avila, eine der wichtigsten Befestigungsanlagen der Portugiesen. Zurück im Hotel gibt es nur noch eines, ab in den Pool, den Caipi (oder auch zwei oder drei) lassen wir uns gleich im Wasser servieren.

Bike ca 30 km, 600 Hm

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Etwas traurig nehmen Abschied von unserer tollen Gruppe, wir haben neue Freunde gefunden, für uns geht die Reise zu zweit noch etwas weiter. Mit dem Katamaran fahren wir von Salvador  nach Morro de Sâo Paulo. Kilometerlange menschenleere Strände laden zu Spaziergängen ein, umgeben von Dschungel, Mangrovenwälder und Palmenhainen. Unser Hotel am Praia do Encanto ist etwas abgelegen und wunderschön – nur sind wir zurzeit praktisch die einzigen Gäste und kaum lassen wir uns irgendwo blicken stürzen sich schon drei Kellner auf uns.

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Mit dem Schiff fahren wir nach Gamboa, unterwegs gibt es Stopps zum Baden, für ein Schlammbad, zum Cashewnüsse pflücken und am Mittag essen wir Fisch direkt am Strand. Am späteren Nachmittag legt das Schiff wieder an und wir marschieren hoch zum Leuchtturm – was für eine Aussicht. Es ist Zeit für Caiprinha und es gibt wohl kaum einen schöneren Ort als die Terrasse direkt über dem Hafen und dazu wird der Sonnenuntergang serviert.

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Die Nachbarinseln Boipeba und Cairu sind ebenfalls einen Besuch wert. Mit einem schnellen und vor allem lauten Boot flitzen wir über das Meer. Am Mittag essen wir Languste direkt am Strand und schlürfen Austern in einem schwimmendem Restaurant, was für ein Leben.

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Dann ist es vorbei, wir müssen abreisen. Der Hotelbus bringt uns zum Flughafen, doch auf halber Strecke kehren wir um, wir werden kurzfristig  auf einen späteren Flug umgebucht. Also zurück ins Hotel, Bikini auspacken und ab an den Pool. Um drei Uhr geht es dann aber wirklich los, der Bus lädt uns aus uns wir müssen noch ein Stück dem Strand entlang und über Wiesen laufen. Dann sehen wir die Piste und schon bald kommt der kleine Flieger – wir sind die einzigen Passagiere. Der Pilot hat seine Freundin dabei und irgendwie hat er seine Augen mehr bei ihr als im Himmel. 30 Minuten später landen wir dennoch  sicher in Salvador und werden in einem privaten Auto zum Terminal gefahren. Niemand will ein Ticket oder einen Pass sehen. Wir treffen nochmals kurz unseren Reiseleiter und dann heisst es endgültig Abschied nehmen. Muito obrigada Brasil, es war toll mit dir.