Der internationale Flughafen in der Hauptstadt hat genau eine Start-/Landebahn, viel ist da nicht los. Unser Flugzeug landet, bremst, wendet und fährt zurück über die gleiche Piste auf die Parkposition. Zu Fuss laufen wir ins Terminal, bekommen unseren Stempel in den Pass und auch das Gepäck ist schon da. Erwartet werden wir von Andry, unserem Chauffeur auf diesem Trip.

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Antananarivo (Tana)

Eigentliche Sehenswürdigkeiten gibt es in Tana nicht, die Stadt ist ein Erlebnis für sich mit dem Verkehrschaos, den stinkenden alten Autos und den Vanille-Verkäufern. Schon am ersten Tag sehen wir Lemuren, in einem Park in der Nähe der Stadt. Wir bekommen einen kleinen Eindruck von Flora und Fauna in Madagaskar.

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Ifaty

Andry fährt uns den Flughafen. Wir fliegen in den Süden, nach Tulear, er fährt die Strecke mit dem Auto und wird uns in ein paar Tagen wieder treffen. Wie von Andry angekündigt setzt das Flugzeug nach etwa einer Stunde zur Landung an und von oben sehen wir schon die schönen Strände. Beim Aussteigen werden Transit-Tickets verteilt, das interessiert uns natürlich nicht – sollte es aber! Wir sind gar nicht in Tulear sondern haben eine Zwischenlandung in Fort Dauphin gemacht. Es dauert eine Weile bis wir den Irrtum bemerken, dann ein entsetzter Blick aufs Rollfeld, das Flugzeug steht noch da. Wir wieder rein und eine halbe Stunde später landen wir endgültig in Tulear. Am Flughafen herrscht ein ziemliches Durcheinander. Der Hotel-Chauffeur sieht aus wie ein Schüler, fährt uns aber sicher nach Ifaty in unser Strand-Hotel, 27 km nördlich von Tulear.

Die Hotelanlage ist ein Traum, unser Bungalow ist direkt am Meer. Wir können auf der Terrasse sitzen und praktisch die Füsse im warmen Wasser baumeln lassen. Das Paradies hat aber eine Schattenseite, wir teilen das Badezimmer mit zwei riesigen Käfer  und die lassen sich einfach nicht vertreiben, mit Vorliebe sitzen sie auf/im Klo. Zudem stinken die Handtücher ganz fürchterlich.

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Den nächsten Vormittag verbringen wir auf dem Meer. Wir lassen uns von zwei Boys mit einer Piroge (typisches madagassisches Boot) zum Korallenriff bringen und gehen schnorcheln. Einer der Jungs kommt mit ins Wasser, in Unterhose, Badehosen kennt man da nicht. Die Unterwasserwelt ist sehr schön, wenn auch das Wasser saisonbedingt etwas trüb ist. Über die Mittagszeit ist es fast unerträglich heiss, der Bungalow bietet kaum Schatten und das Meer kocht beinahe. Irgendwann ziehen ein paar Gewitterwolken auf und es wird etwas angenehmer. Wir spazieren am Strand entlang ins nächste Dorf und werden von einer Kinderschar in Beschlag genommen. Zum ersten Mal verteilen wir Luftballons und andere kleine Geschenke. Dafür führen uns die Kinder durch das Dorf. Wir hören Musik und landen in der Kirche, es findet gerade eine Messe statt, so stelle ich mir eine Gospelmesse in Harlem vor, mit einem tanzenden Pfarrer und einer singenden, fröhlichen Gemeinde. Ein tolles Erlebnis.

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Isalo-Nationalpark

Wir treffen Andry wieder, unseren Chauffeur. Die Fahrt in den Isalo-Nationalpark ist sehr abwechslungsreich, alle paar Kilometer stoppt uns eine Polizeisperre, Sinn und Zweck erschliesst sich uns nicht so ganz. Die Lodge im Nationalpark ist einfach aber sauber, Steckdosen um die Handys zu laden gibt es nur im Restaurant.

Die Landschaft erinnert an die Nationalparks im Westen der USA und ist wunderschön. Mit einem Park-Guide unternehmen wir eine tolle Wanderung zu einem natürlichen Swimming-Pool. Nach einer kleinen Siesta besuchen wir am Nachmittag das Park-Museum und anschliessend das Dorf Ranohira. Wie immer können wir nicht verloren gehen, wir fallen auf mit unserer weissen Haut und werden von vielen Augenpaaren neugierig beobachtet.

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Ambohitsara

Unterwegs besuchen wir ein kleines Reservat mit Katta-Lemuren,  die sehen mit den schwarz-weissen Ringelschwänzen besonders hübsch aus.

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Anschliessend  besichtigen wir eine kleine Papierfabrik und einen Weinkeller, der Rebensaft mundet uns allerdings nicht besonders. Nach einer Übernachtung und weiteren vier Stunden im  Auto müssen wir schon wieder Abschied nehmen von Andry, für uns geht es  mit einem Motorboot weiter auf dem Kanal von Pangalanes. Wir sind sprachlos, nach der Hälfte der Fahrzeit werden aus dem Motorboot Tisch, Tischtuch, Stühle, Fisch, Salat und Baguette ausgeladen, ein Pick-Nick direkt am Wasser, wie genial ist das denn?

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In Ambohitsara sind wir die einzigen Gäste, wir können uns den Bungalow aussuchen. Gegen Abend taucht Monsieur Henry auf, er ist Gerant vom Hotel, Englisch-Lehrer, Tourismus-Direktor und wohl noch einiges mehr. Er führt uns im Dorf herum, wir schütteln unzählige Hände und lernen den polnischen Pfarrer kennen. Ambohitsara ist fernab der Zivilisation und weitab von jeglichem Tourismus – ein unglaublich tolles Erlebnis. Im Dorf sind wir die „Vao Vao“ (sprich Wau Wau = die Neuen). Am Abend werden wir kulinarisch verwöhnt und in der Nacht fegt ein Sturm über uns hinweg.

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Monsieur Henry führt uns am nächsten Morgen zur Statue des Elefanten, diese bereitet Archäologen einiges an Kopfzerbrechen – und wir nehmen als Erinnerung Sandflöhe mit. Es gibt auch Theorien die im Elefanten ein Wildschwein sehen.

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Wir haben theoretisch ein schönes grosses Badezimmer, nur funktioniert so einiges nicht. Machen wir uns am Wassertank zu schaffen fliesst für kurze Zeit Wasser. Meistens werden wir aber unter der Dusche kaum nass und statt aufs Klo gehen wir in die Büsche.

Im Gegensatz zur Westküste ist das Meer im Osten sehr rau und in dieser Jahreszeit nicht zum Baden geeignet, aber die einsamen Strände haben auch so ihren Reiz. Wir versuchen  der Köchin verständlich zu machen, dass uns als Mittagessen eine Omelette völlig reicht. Die bekommen wir auch,  doch dazu gibt es Papaya-Salat, Reis, Nudeln mit Gemüse und Bananen, wer soll das alles essen? Am Nachmittag dürfen wir eine Schulstunde besuchen. Das einzige Hilfsmittel ist eine Wandtafel, es gibt weder Schulbücher noch Licht im Klassenzimmer. Als wir eintreten geht das Gekicher und Getuschel los und wir setzen uns ganz hinten auf den Boden und hören einfach zu. Auch der Dorfarzt wird uns vorgestellt,  wir überlassen ihm unsere mitgebrachten Zahnpasta-Tuben, die sind hier sicher in guten Händen. In der Nacht regnet es sirekt in mein Bett, mit einem Becken lässt sich auch dieses Problem lösen.

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Nach dem Frühstück bringt uns das Motorboot zurück in die Zivilisation. Die Köchin verabschiedet uns mit den Worten „ihr habt aber nicht viel gegessen“.

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Zugfahrt Manakara – Fianarantsoa

Der Zug tuckert gemütlich vor sich hin. In den Dörfern winken die Kinder und an den vielen Bahnhöfen warten die Verkäufer auf Kundschaft, alle möglichen Sachen wechseln den Besitzer. Hühner, Körbe voller Mangos und Bananen, Getränke, Joghurt, Bastmatten, Vögel, gekochtes Essen, Früchte, Krebse, die Auswahl ist riesig. Im Abteil neben uns kauft eine Frau ein Huhn, dieses versucht etwa 3 Stationen später zu fliehen, wird aber wieder eingefangen. Die 10 Stunden im Zug sind kurzweilig und die Fahrt in der 1. Klasse richtig komfortabel. Einziges Problem ist das Klo, das stinkt erbärmlich.

 

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Ranomfana-Nationalpark

Andry organisiert uns einen Guide für eine Wanderung durch den Regenwald. Es geht rauf und runter durch den Matsch. Was für ein Spass und immer wieder entdecken wir Lemuren. Am Abend geht es nochmals in den Regenwald, in der Dämmerung sehen wir das einzige Raubtier Madagaskars, eine Katzenart. Es beginnt zu regnen und wir werden nass und dreckig. Wir freuen uns auf eine warme Dusche aber leider gibt es gerade kein Wasser im Hotel.

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Antsirabe

Mittagshalt in Ambositra mit Besichtigung eines Holzschnitz-Ateliers. Wir kaufen die ersten Souvenirs. Andry empfiehlt uns ein madagassisches Restaurant, ich weiss nicht genau was ich bestelle. Mein Essen sieht aus wie Spinat und schmeckt auch so.

Antsirabe ist ein nettes Städtchen. Wir werden von Pousse-Pousse-Fahrern (Rischkas die von Männern gezogen werden) und Kindern verfolgt auf unserer Besichtigungstour. Meine Kollegin lässt sich von einem Coiffeur mit stumpfer Schere die Haare schneiden.

Der letzte Tag, es sind noch ca 170 km bis in die Hauptstadt. Bevor wir losfahren machen wir noch eine kleine Rundfahrt in Antsirabe und besuchen eine Steinschleiferei. Uns  gefallen die Schildkröten fast besser als die Steine. Auf einem Handwerkermarkt kaufen wir die letzte Souvenirs. Das Feilschen um den Preis macht hier richtig Spass, eine Verkäuferin nimmt sogar Kugelschreiber und Guetzli in Zahlung.

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Dann fahren wir an den Flughafen und verabschieden uns von Andry. Wir sitzen noch drei Stunden auf einer Bank vor dem Flughafen, geniessen die schöne Abendstimmung und verschenken die letzten Kugelschreiber und Luftballons. Wir trinken ein letztes THB-Bier (Three Horses Beer). Kein Mensch weiss wie das Bier zu einem englischen Namen kam und zudem gibt es in Madagaskar keine Pferde.