Gebucht haben wir eine Kleingruppen Reise, doch ausser uns haben alle abgesagt und so stehen wir zu zweit in Bangkok am Flughafen und suchen unsere Kontaktperson. Mister Nik nervt. Auf der Fahrt ins Hotel will er uns unbedingt eine Stadtrundfahrt andrehen. Wir schauen uns an und winken ab, viel lieber essen wir eine Nudelsuppe in einer mobilen Küche und bummeln durch die lebhaften Strassen in unserem Quartier. Dabei hat Mister Nik behauptet unser Hotel sei total abgelegen, von wegen!


Schon kurz nach 7 Uhr in der Früh steht der liebe Mister Nik wieder auf der Matte und gibt uns sehr ausführliche Informationen zum Grenzübertritt und macht sogar noch eine Zeichnung. So schwer kann das ja nicht sein.

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Zum Glück verabschiedet er sich und steckt uns in ein Taxi. Kurz vor der Grenze machen wir einen kurzen Stopp. Der Fahrer rät uns, unbedingt noch in Thailand aufs Klo zu gehen – wir fragen uns langsam was uns in Kambodscha erwartet. Zu Fuss reisen wir in Kambodscha ein, die Formalitäten sind rasch erledigt. Auf der anderen Seite erwartet uns Mister Kong und bringt uns im Auto nach Siem Reap. Wir brauchen ca vier Stunden (inkl. einer Reifenpanne), werden durchgeschüttelt und das Auto muss immer  wieder Kühen ausweichen. Am Abend stürzen wir uns neugierig zu Fuss in das Verkehrschaos und finden schnell ein kleines günstiges Restaurant. Wir fühlen uns sehr wohl in Kambodscha.

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Siem Reap / Angkor Wat

Um 05:30 Uhr werden wir aus dem Schlaf gerissen, was ist da los? Aha, Tempelmusik direkt vor unserem Fenster! Auf geht es nach Angkor Wat, den ganzen Tag besuchen wir die verschiedenen Tempelanlagen, das Gelände ist riesig (gut haben wir unseren Fahrer) und wunderschön. Krönung des Tages ist die Aussicht aus dem Fesselballon.

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In Siem Reap ist übrigens auch das bekannte Kinderspital von Beat Richner (Beatocello), leider findet während unserem Aufenthalt gerade kein Konzert statt.

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Auch den ganzen nächsten Tag besuchen wir weitere Tempel in Angkor Wat. Jede Anlage ist einzigartig und wahnsinnig faszinierend.

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Bevor wir Siem Reap verlassen fahren wir zum Tonle Sap See und schauen uns die schwimmenden Dörfer an.

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Kratie

Uns stehen 500 km Fahrt bevor, dank unserem Privatchauffeur ist es aber ziemlich angenehm. In Kambodscha finden gerade Wahlen statt und wir beobachten die Aktivitäten und Propaganda der verschiedenen Parteien. In Kratie geniessen wir von der Hotelterrasse einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Fluss Mekong.

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Banlung

Mit einem Jeep geht es weiter ins Landesinnere. Wir haben einen zusätzlichen Passagier an Bord, angeblich ist dies ein Mechaniker. Ha ha, wohl eher einfach jemand der eine Fahrgelegenheit braucht. Aber egal, der junge Mann sitzt hinten auf unserem Gepäck und reicht uns immer wieder Wasserflaschen aus der Kühlbox.

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Auf dem Weg nach Banlung besuchen wir eine weitere Tempelanlage und anschliessend steht  „Dolphin-Watching“ auf dem Programm. Hier leben Irrawaddy-Delfine die anscheinend beinahe ausgestorben sind.

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Banlung liegt völlig in der Pampa und ist sehr schmutzig. In den Müllbergen neben dem Markt tummeln sich die Schweine und der Abfall wird einfach verbrannt, dementsprechend stinkt es bestialisch. Immerhin schaffen wir es, auf dem Markt eine zerrissene Hose flicken zu lassen und wir finden tatsächlich auch eine Art Restaurant. Was da genau in den Töpfen brutzelt entzieht sich unserer Kenntnis, aber es schmeckt. Wir werden angestarrt, besonders von den Kindern, denen müssen wir wie Ausserirdische vorkommen.

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Die Fahrt geht weiter durch diverse Plantagen (Kautschuk, Nüsse, Kaffee, Pfeffer) und wir besuchen einige Bergvölker. Wir sehen wie die Kambodschaner wählen, nämlich mit Fingerabdruck. Am Nachmittag gibt es Gelegenheit zum Baden an einem schönen See. Allerdings muss ich mich den Sitten anpassen und mit den Kleidern ins Wasser springen. Am Abend quetschen wir uns zu zweit auf ein Moped-Taxi, total unbequem und wohl auch nicht ganz ungefährlich. Zurück vom Restaurant ins Hotel gehen wir zu Fuss, allerdings fühlen wir uns ohne Strassenbeleuchtung auch nicht unbedingt sicherer und wir springen ständig auf die Seite um nicht umgefahren zu werden.

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Es folgt in weiterer Ausflug in die Umgebung von Banlung. In Wunsei setzen wir mit einem wackligen Boot über den Tonle Sap (Fluss) und besuchen zwei Dörfer. Auf dem Rückweg stoppt unser Fahrer bei einer Hochzeit und wir dürfen mit den Leuten da Reisschnaps trinken. Nächster Stopp ist in einem Waisenhaus, so viele Eindrücke an einem Tag. Am Abend bummeln wir nochmals über den dreckigen Markt und werden von einer Schar Kinder umringt. Alle wollen uns die Hand schütteln und finden dies wahnsinnig lustig. Auf dem Rückweg ins Hotel entdecken wir einen kleinen Jahrmarkt und da sind dann plötzlich wir die Attraktion, auch hier wollen uns alle die Hand schütteln. Der Aufenthalt in Banlung ist unglaublich spannend und bereichernd, wir bewegen uns definitiv abseits der Touristenströme.

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Pnom Penh

Wir wechseln vom Jeep zu einem normalen Auto und bekommen einen neuen Fahrer. In Kamikaze-Art rasen wir Richtung Pnom Penh. Passieren kann uns jedoch nichts, die Rambutans (Früchte) auf der Frontscheibe sollen uns angeblich beschützen. Zum gleichen Zweck liegt im Kofferraum auch noch ein Geweih – komische Sitten herrschen hier. Wir sind nicht mehr an grosse Städte gewohnt und prompt finden wir nach dem Nachtessen das Hotel nicht mehr. Gut gibt es Tuk-Tuk und Visitenkarten.

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Der letzte Tag in Kambodscha, wir sind beide gesundheitlich etwas angeschlagen. Trotzdem besuchen wir die Killing Fields, hier steht das grösste und makaberste Mahnmal zur Erinnerung an die grauenhafte Morde der roten Khmer, die rund einen Viertel der Bevölkerung ausgelöscht haben. Anschliessend steht das Tuol-Sleng-Museum auf dem Programm. In diesem Konzentrationslager wurden unter Pol Pot an die 20 000 Kinder, Frauen und Männer inhaftiert, gefoltert und auf bestialische Weise anschliessend auf den Killing Fields ermordet. Diese beiden Besichtigungen sind extrem eindrücklich aber auch sehr bedrückend und aufwühlend. Die blutige Vergangenheit von Kambodsche geht unter die Haut.

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Nach einem kurzen Abstecher auf den Zentralmarkt sind wir froh um eine Siesta, es gibt einiges zu verarbeiten. Später besuchen wir den Königspalast, der Sultan von Brunei ist gerade zu Besuch. Auf dem Weg zum Flughafen besichtigen wir Wat Phnom, hier treffen wir auf einen Teil der Königsfamilie. Unglaublich, wir stehen direkt neben der Schwester des Königs und könnten problemlos ihre Schuhe vor der Pagode klauen.

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Dann heisst es Abschied nehmen von Kambodscha und nach einem kurzen Flug landen wir in Bangkok. Oh Schreck, wer erwartet uns am Flughafen, der nervige Mister Nik. Er findet wir sehen schlecht aus, wie alle Touristen die aus Kambodscha zurück kommen. Nach ein paar Stunden Schlaf sind wir wieder voller Tatendrang, schnallen die Rucksäcke an und fahren mit Boot und Tuk-Tuk zu meinem Hotel in der Khaosan-Road.  Meine Kollegin verabschiedet sich Richtung Flughafen, muss da erfahren dass ihr Rückflug eigentlich schon gestern war und bekommt dann doch noch einen Platz im Flieger. Ich bleibe alleine zurück. Es beginnt ein neues Abenteuer!

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